Fujikura Aktie: 72,5 Prozent Nettogewinn-Sprung
Fujikura verzeichnet Rekordnettogewinn dank KI-Nachfrage, sieht sich aber mit Zollrisiken und einem Prüferwechsel konfrontiert.

- Nettogewinn steigt um 72,5 Prozent
- KI-Boom treibt Glasfasergeschäft an
- Milliarden-Rückstellung für US-Zölle
- 300-Milliarden-Yen-Investitionsprogramm gestartet
Fujikura hat ein Rekordjahr hinter sich. Der japanische Kabelhersteller steigerte seinen Nettogewinn im Geschäftsjahr bis März 2026 um 72,5 Prozent. Gleichzeitig lastet ein milliardenschweres Zollrisiko auf dem US-Geschäft — und genau das beschäftigt jetzt auch die Wirtschaftsprüfer.
KI-Boom treibt Rekordergebnisse
Der Umsatz kletterte um 20,7 Prozent auf rund 1,18 Billionen Yen. Das operative Ergebnis legte um 39,2 Prozent auf 188,7 Milliarden Yen zu. Den größten Anteil daran trägt das Segment Information und Kommunikation: Allein dort stieg das operative Ergebnis auf 152,7 Milliarden Yen — das 1,7-fache des Vorjahres. Mehr als 80 Prozent des Gesamtgewinns stammen aus diesem Bereich.
Der Treiber ist klar: Glasfaserkabel und Spleißgeräte für Rechenzentren. Die Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturmarkt hat Fujikuras Ergebnisstruktur grundlegend verändert.
Zollprovision als Prüfungsschwerpunkt
Kein Wunder, dass die Wirtschaftsprüfer genau hinschauen. Im Jahresabschluss gilt die Zollrückstellung für die US-Tochtergesellschaft als zentrales Prüfungsthema. Bereits im Vorjahr buchte Fujikura eine zusätzliche Rückstellung von 12,8 Milliarden Yen — ausgelöst durch Differenzen bei der Bestimmung des Ursprungslandes importierter Produkte.
Für das laufende Geschäftsjahr kalkuliert das Unternehmen mit teilweisen Zollerstattungen. Wie hoch diese ausfallen, hängt von der US-Handelspolitik ab. Die bleibt schwer kalkulierbar.
300-Milliarden-Investitionsprogramm läuft
Fujikura baut aggressiv aus. Insgesamt bis zu 300 Milliarden Yen fließen in Kapazitätserweiterungen in Japan und den USA. Für ein neues Werk am Standort Sakura sind bis zu 40 Milliarden Yen vorgesehen. Der Löwenanteil von bis zu 260 Milliarden Yen geht in die US-Expansion. Das Ziel: die Produktionskapazität für Glasfaserkabel bis zum Geschäftsjahr 2022 zu vervierfachen.
Für das Geschäftsjahr bis März 2027 prognostiziert Fujikura einen Umsatz von rund 1,24 Billionen Yen und ein operatives Ergebnis von 211 Milliarden Yen — ein weiteres Plus von 11,8 Prozent.
Governance-Umbau und Prüferwechsel
Auf der Hauptversammlung am 26. Juni stehen weitreichende Änderungen auf der Tagesordnung. Das Unternehmen schlägt einen Wechsel des Abschlussprüfers von PwC Japan zu Deloitte Touche Tohmatsu vor — ein Ende einer Beziehung, die mindestens seit 1963 besteht. Hinzu kommt ein neues Vergütungsmodell für Vorstände mit einem aktienbasierten Programm, gedeckelt auf 500 Millionen Yen und 212.000 Aktien jährlich.
Die Aktie spiegelt die Dynamik wider: Nach einer Prognoseanhebung am 18. Juni erreichte der Kurs zwei Tage in Folge die Tageskurslimits. Aktuell notiert das Papier bei 34,01 Euro, ein Anstieg von rund 33 Prozent innerhalb einer Woche. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 149 Prozent zeigt, wie stark die Kursschwankungen zuletzt ausgefallen sind. Die Dividendenzahlung folgt am 29. Juni.
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