Fusion von Deutsche Börse und LSE: Verkauf von Clearing-Tochter nimmt Gestalt an

Nachdem die beiden Börsenbetreiber Deutsche Börse AG und London Stock Exchange Group im vergangenen Jahr bekannt gaben, dass sie sich auf eine Fusion geeinigt hätten, kamen schnell Sorgen auf, was mit den jeweiligen Clearing-Töchtern geschehen wird. Denn beide Firmen zusammen hätten in dem Bereich der Handelsabwicklung ein de-facto-Monopol.

In den vergangenen Monaten wurde entsprechend darüber diskutiert, ob man nicht eine oder beide Töchter verkaufen sollte, um wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kartellwächter von vornherein zu zerstreuen. Dabei wurde schon in den ersten Gesprächen klar, dass hier wohl nur ein einziger Wettbewerber ernsthafte Interessen hätte: Die Mehrländerbörse Euronext.

Nun konnte die Londoner Börse eine entsprechende Verkaufsvereinbarung präsentieren. So wird die LSE ihre Tochter LCH.Clearnet für 510 Millionen Euro an Euronext verkaufen. Die wesentliche Bedingung für den Verkauf ist allerdings, dass die Fusion zwischen LSE und Deutscher Börse tatsächlich zustande kommt. Dass es dabei die in Frankreich ansässige LCH.Clearnet trifft, erklärt sich auch damit, dass vor allem die französischen Wettbewerbsbehörden milde gestimmt werden sollen, die bislang sehr kritisch auf die angepeilte Fusion der beiden Börsenbetreiber schauen.

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