Futura Medical Aktie: 20 Prozent trotz Going Concern
Der Wirtschaftsprüfer zweifelt an der Fortführung von Futura Medical, doch die Aktie legt deutlich zu. Anleger setzen auf künftige Meilensteine und neue Produkte.

- Going Concern Vermerk des Prüfers
- Aktie steigt trotz Warnung
- Eroxon® Umsätze noch verhalten
- Pipeline mit zwei neuen Kandidaten
Futura Medical hat ein Problem: Der Wirtschaftsprüfer Grant Thornton hat dem Jahresabschluss 2025 einen „Going Concern“-Vermerk beigefügt. Das heißt im Klartext: Die Fortführung des Unternehmens gilt nicht mehr als sicher.
Die Aktie des britischen Pharmaunternehmens reagierte dennoch mit einem Plus von über 20 Prozent auf 0,70 Pfund. Der Grund: Der Rücksetzer war eingepreist — und Anleger blicken lieber nach vorne.
Das Kerngeschäft steht noch am Anfang
Futura Medical hat ein zugelassenes Produkt: Eroxon®, ein Gel gegen erektile Dysfunktion. Es ist in Europa und den USA auf dem Markt. Die Vermarktung läuft über Partner — Haleon in den USA, Cooper Consumer Health in Europa.
Doch die Umsätze kommen nur langsam in Schwung. Bislang lebt das Unternehmen von Meilensteinzahlungen, nicht von wiederkehrenden Erlösen. Der Strategiewechsel hin zu nachfragegetriebenen Verkäufen ist Risiko und Chance zugleich.
Die Liquidität rechnet das Management bis Dezember 2026. Vorausgesetzt, der erwartete US-Patent-Meilenstein von Haleon in Höhe von 2,5 Millionen Dollar kommt im ersten Halbjahr 2026.
Zwei Produkte in der Pipeline
Neben Eroxon® arbeitet Futura an zwei weiteren Kandidaten. Eroxon® Intense richtet sich an Männer, die ein intensiveres Gefühl wünschen. WSD4000 zielt auf sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen ab — ein Markt, in dem es bislang kein zugelassenes rezeptfreies Mittel gibt.
Der Start der Phase-III-Studien für WSD4000 wäre ein wichtiger Meilenstein. Das Gleiche gilt für weitere Zulassungen von Eroxon® Intense. Anleger warten zudem auf neue Vertriebspartner, vor allem im asiatisch-pazifischen Raum.
Bis dahin bleibt der Kurs volatil: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 117 Prozent. Kein Wunder bei einer Marktkapitalisierung, die sensibel auf jede Pipeline-Meldung reagiert.
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