Gabler Group Aktie: 390,4 Millionen Auftragsbestand

Gabler Group meldet höhere Halbjahreswerte, bestätigt die 2026-Ziele und setzt auf wachsenden Auftragsbestand sowie profitable Zukäufe.

Die Kernpunkte:
  • Halbjahresumsatz über eigener Prognose
  • Auftragsbestand auf 390,4 Millionen Euro gestiegen
  • Jahresziele für 2026 bestätigt
  • Zukauf profitabler Technologiefirmen geplant

Gabler Group hat am Dienstag Halbjahreszahlen vorgelegt, die die eigenen Erwartungen deutlich übertreffen. Der Netto-Umsatz stieg auf 27,1 Millionen Euro und lag damit 12,9 Prozent über der ursprünglichen Prognose von 24 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT erreichte 6,8 Millionen Euro, was einer Marge von 21,0 bis 21,3 Prozent entspricht.

Trotz der positiven Zahlen gab die Aktie zuletzt nach: Am heutigen Donnerstag notiert das Papier 2,0 Prozent im Minus bei 39,40 Euro, nachdem es bereits am Mittwoch bei 40,20 Euro geschlossen hatte. Eine konkrete negative Nachricht als Auslöser für die Bewegung der vergangenen Tage ist nicht erkennbar – der Rückgang folgt trotz solider operativer Entwicklung.

Auftragsbestand wächst weiter

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Auftragsbestands: Er wuchs von 358,7 Millionen Euro Ende 2025 auf nunmehr 390,4 Millionen Euro zum 30. Juni. Der Auftragseingang im ersten Halbjahr belief sich auf 51,9 Millionen Euro. Diese Kennzahlen deuten auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach den Leistungen des Unternehmens hin und liefern eine solide Visibilität für die kommenden Quartale.

Das Management bestätigte im Earnings Call am Dienstag die Jahresprognose für 2026 unverändert: Der Umsatz soll zwischen 69 und 71 Millionen Euro liegen, das bereinigte EBIT zwischen 17 und 19 Millionen Euro. CEO David Schirm und CSO Ole Johannsen erläuterten gemeinsam die Geschäftsentwicklung und bekräftigten zugleich das mittelfristige Ziel, in den kommenden drei bis fünf Jahren die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro zu überschreiten.

Akquisitionen als Wachstumshebel

Ein zentrales Thema des Calls war die Wachstumsstrategie über Zukäufe. Das Management stellte klar, dass der Fokus auf kleineren, bereits profitablen Technologieunternehmen liegt.

Eine entsprechende Transaktion soll noch bis Ende des Jahres angekündigt, unterzeichnet oder bereits abgeschlossen sein – die Integration in den Konzern ist dann für 2027 vorgesehen. Diese Strategie ergänzt das organische Wachstum, das durch den steigenden Auftragsbestand bereits sichtbar ist.

Bereits im Juli hatte ein struktureller Wandel im Unterwassermarkt Beobachtung gefunden, der als Bestätigung der langfristigen Ausrichtung des Unternehmens gewertet wurde. Die aktuellen Halbjahreszahlen fügen sich in dieses Bild: Ein Unternehmen, das operativ liefert, dessen Auftragslage sich verbessert und das seine Wachstumsambitionen sowohl organisch als auch über Zukäufe verfolgt.

Für Anleger bleibt die Diskrepanz zwischen starken Fundamentaldaten und der jüngsten Kursschwäche die auffälligste Beobachtung. Die bestätigte Jahresprognose und der wachsende Auftragsbestand liefern operative Argumente, die sich in der aktuellen Kursentwicklung noch nicht widerspiegeln.

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