Gabler Group Aktie: USV-Test mit Flanq abgeschlossen
Gabler Group schließt Seeerprobung eines neuartigen, torpedorohrtauglichen USV ab und treibt die Transformation zum Systemanbieter voran.

- Erfolgreicher Test eines neuen USV
- System für Torpedorohre konzipiert
- Aufträge über 15 Millionen Euro
- Aktie notiert bei 39,00 Euro
Die Gabler Group hat einen wesentlichen Meilenstein in ihrer technologischen Entwicklung erreicht. Gemeinsam mit dem Partner Flanq schloss das Unternehmen am 22. Juli die Seeerprobung eines neuartigen unbemannten Unterwasserfahrzeugs (USV) erfolgreich ab. Die Besonderheit dieses Systems liegt in seiner Konzeption: Es wurde speziell für den Einsatz aus herkömmlichen Torpedorohren entwickelt, was die Einsatzflexibilität bestehender Marineeinheiten deutlich erhöht.
Strategische Neuausrichtung als Systemanbieter
Der erfolgreiche Testlauf ist Teil einer breiter angelegten Entwicklungsphase. Bereits Mitte Juli hatten das Unternehmen und Flanq die gemeinsame Erprobung eines neuen unbemannten Überwasserschiffs sowie der u-boot-gestützten Systeme der Typen „Ranger“ und „Raider“ aufgenommen. Diese technischen Fortschritte bettet das Management in eine größere strategische Neuausrichtung ein. In einer Stellungnahme via EQS News bezeichnete die Gabler Group am 21. Juli den strukturellen Wandel im globalen Unterwassermarkt als Bestätigung der eigenen Strategie. Das Ziel ist die Transformation vom Komponentenhersteller zum ganzheitlichen Systemanbieter.
Flankiert wird diese Entwicklung durch eine solide Auftragslage im laufenden Monat. Medienberichten zufolge sicherte sich das Unternehmen Anfang Juli einen Auftrag einer asiatischen Marine über 4,4 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die Lieferung sicherheitskritischer Komponenten für die Auftriebsregelung. Kurze Zeit später meldete der Spezialist für maritime Technik einen weiteren Großauftrag im Bereich Submarine Systems mit einem Volumen von rund 11 Millionen Euro. Die Realisierung dieser Umsätze ist langfristig angelegt und soll nach Unternehmensangaben ab dem Ende des laufenden Jahrzehnts erfolgen.
Auftragsbestand und finanzielle Ziele
Die finanzielle Basis für die technologische Expansion lieferte das Unternehmen bereits mit den Zahlen zum ersten Quartal. Zum Stichtag am 31. März wies die Gruppe einen Auftragsbestand von 376,8 Millionen Euro aus. Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seiner Prognose fest und strebt einen Jahresumsatz von bis zu 71 Millionen Euro an. Beim bereinigten operativen Ergebnis (EBIT) wird eine Spanne zwischen 17 und 19 Millionen Euro erwartet.
Zusätzliche Dynamik im operativen Geschäft brachte die Tochtergesellschaft Develogic ein. Diese schloss am 23. Juni einen Vertrag mit einer europäischen Marine über rund 6 Millionen Euro ab. Der Fokus liegt hierbei auf spezialisierten Kommunikations- und Datensystemen, die ebenfalls in den Bereich der sicherheitskritischen Anwendungen fallen.
Börsennotierung und aktuelle Kursentwicklung
Die Aktie der Gabler Group, die erst im März den Sprung in das Scale-Segment der Frankfurter Wertpapierbörse wagte, zeigt sich im heutigen Handel stabil. Der aktuelle Kurs liegt bei 39,00 Euro, was einem Zuwachs von 1,56 Prozent entspricht. Trotz der positiven Nachrichten der letzten Wochen notiert das Papier damit noch 26,14 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 52,80 Euro, das kurz nach dem Börsengang erreicht wurde.
Die Marktpositionierung wird durch die jüngsten technologischen Erfolge untermauert, während die langfristigen Lieferverträge eine hohe Visibilität für die kommenden Jahre schaffen. Mit der erfolgreichen Integration der unbemannten Systeme in das Produktportfolio adressiert Gabler einen wachsenden Bedarf an autonomen Lösungen in der maritimen Verteidigung und Überwachung.
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