Galderma Aktie: Zweite Prognoseanhebung
Nach kräftigen Zuwächsen in den ersten neun Monaten setzt Galderma das Jahreswachstumsziel höher, während die EBITDA-Marge bei rund 26 Prozent bleiben soll.

- Neunmonatsumsatz steigt um 25,1 Prozent
- US-Geschäft wächst im Quartal um 39,4 Prozent
- Füller-Sparte legt lediglich um 4,8 Prozent zu
- Jahresziel steigt auf 22,5 bis 23,5 Prozent
Galderma hebt die Umsatzprognose für 2026 zum zweiten Mal an. Auslöser sind Neunmonatszahlen, die über alle Sparten und Regionen hinweg zweistellig wachsen. Die Aktie legte im Schweizer Handel zuletzt gut vier Prozent auf 181,35 Franken zu.
Rekordumsatz, getrieben vom US-Geschäft
In den ersten neun Monaten setzte der Hautpflegekonzern 4,765 Milliarden Dollar um. Zu konstanten Wechselkursen entspricht das einem Plus von 25,1 Prozent, getragen vor allem von höheren Absatzmengen und einem günstigen Produktmix. Im dritten Quartal lag das Wachstum bei 26,0 Prozent, der Umsatz erreichte 1,63 Milliarden Dollar.
Besonders kräftig wuchs das US-Geschäft: Dort stieg der Quartalsumsatz um 39,4 Prozent auf 755 Millionen Dollar. International lag das Plus bei 17,2 Prozent.
Den größten Schub liefert die therapeutische Dermatologie. Sie wuchs in den ersten neun Monaten um 64,4 Prozent, allein das Neurodermitis- und Prurigo-Mittel Nemluvio erlöste 735 Millionen Dollar. In den USA kommt Nemluvio bei neuen Prurigo-Patienten auf rund 45 Prozent Marktanteil, bei atopischer Dermatitis auf etwa 9 Prozent.
Schwächeres Füllergeschäft, Streit mit Ipsen
Nicht alles läuft rund. Die Sparte Fillers und Biostimulatoren wuchs im dritten Quartal nur um 4,8 Prozent, belastet durch eine hohe Vorjahresbasis und einen weiterhin schwachen Markt. Bei Neuromodulatoren zog das Wachstum dagegen auf 24,1 Prozent an, auch weil sich US-Verschiebungen aus dem zweiten Quartal auflösten.
Offen ist zudem die US-Zulassung des Botulinum-Präparats Relfydess. Nach einem ablehnenden Bescheid der FDA im Juni 2026 will Galderma den Antrag im ersten Quartal 2027 neu einreichen. Am 29. September leitete das Unternehmen außerdem Schiedsverfahren gegen Ipsen ein. Es geht um Rechte im ästhetischen Bereich und Ipsens Langzeit-Neurotoxin-Programm. Dysport, Azzalure, Alluzience und Relfydess sind davon nicht betroffen.
Neue Ziele für 2026
Für das Gesamtjahr erwartet Galderma nun ein Umsatzwachstum von 22,5 bis 23,5 Prozent zu konstanten Kursen. Bisher standen 19 bis 21 Prozent im Plan. Die Marge auf Basis des bereinigten EBITDA soll weiter bei rund 26 Prozent liegen, da der Konzern weiter in Wachstum investiert.
Nicht enthalten sind die Effekte der geplanten Übernahme von ZO Skin Health. Der Kaufpreis beträgt 1,5 Milliarden Dollar in bar, der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Die Transaktion dürfte die Marge 2027 leicht belasten und ab 2028 wieder auf Konzernniveau liegen. Auch die jüngst beschlossenen US-Zölle nach Section 232 auf Nemluvio-Importe aus der EU wirken sich 2026 nach Unternehmensangaben nicht aus.
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