GameStop Aktie: Klage verzögert Cohen-Abstimmung im Juli
Ein Aktionär klagt gegen die Vergütung von CEO Ryan Cohen. Trotz starkem Quartal und Aktienrückkauf belasten Rechtsstreit und hohe Short-Quote die Aktie.

- Klage gegen Cohens Vergütungspaket eingereicht
- Umsatz und Gewinn im ersten Quartal gestiegen
- Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm genehmigt
- Kurs unter 52-Wochen-Hoch bei hoher Short-Quote
Aktionäre von GameStop sollen im Juli über ein millionenschweres Vergütungspaket für CEO Ryan Cohen abstimmen. Doch ein Aktionär will die Entscheidung verzögern. Der Vorwurf: irreführende Angaben im Proxy Statement und eine „Köder-und-Wechsel“-Taktik.
Die Klage, eingereicht am 20. Juni, rückt die Corporate Governance des Videospielhändlers in den Fokus. Es geht um die Frage, wie viel Einfluss Cohen angesichts der angespannten Unternehmenswende ausüben darf. Die Aktie notiert am Dienstag bei 18,41 Euro, ein Minus von 0,59 Prozent zum Vortag.
Starkes Quartal, neues Rückkaufprogramm
Die juristische Auseinandersetzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem GameStop finanziell solide dasteht. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Nettoumsatz um 14 Prozent auf 835,3 Millionen Dollar. Noch deutlicher fiel der Gewinnsprung aus: Das Nettoergebnis kletterte von 44,8 Millionen auf 389,6 Millionen Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf 0,30 Dollar.
Parallel dazu genehmigte der Vorstand ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Es läuft bis Juni 2029 und umfasst ein Volumen von zwei Milliarden Dollar. Diese Mittelallokation signalisiert Vertrauen in die eigene Strategie.
Kursschwäche trotz guter Zahlen
Die Aktie notiert rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 24,30 Euro. Auf Jahressicht steht immer noch ein Plus von 4,59 Prozent. Der kurzfristige Trend zeigt seitwärts: Auf 30 Tage gerechnet verlor das Papier 3,71 Prozent.
Ein Grund für die Zurückhaltung dürfte die anhaltend hohe Short-Quote sein. Knapp 59 Millionen Aktien waren Ende Mai leer verkauft – das entspricht 14,5 Prozent des Streubesitzes. Leicht gestiegen zum Vormonat. Die Volatilität bleibt damit für Anleger ein ständiger Begleiter.
eBay-Deal als strategische Option
GameStop hat kürzlich eine nicht bindende Offerte zur Übernahme von eBay vorgelegt. Der Kaufpreis soll rund 55,5 Milliarden Dollar betragen. Ein ambitionierter Schritt, der zeigt, dass der Händler nicht nur sparen, sondern auch wachsen will. Ob daraus ein Deal wird, ist offen.
Sollte die Klage gegen das Vergütungspaket Erfolg haben, könnte sich die Hauptversammlung im Juli verschieben. Das Timing wäre ungünstig: Das Management braucht Klarheit über die eigene Führungsstruktur, um die nächsten strategischen Schritte zu gehen.
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