General Dynamics Aktie: Rekordaufträge treiben Kurs
General Dynamics übertrifft Umsatz- und Gewinnerwartungen; der Auftragsbestand wächst auf 220 Milliarden Dollar, teils noch ohne Finanzierung.

- Umsatz wächst um 12,9 Prozent
- Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen
- Marine Systems treibt Auftragseingang
- Nettoschulden seit Jahresbeginn deutlich gesunken
Rund 99 Milliarden Dollar neue Aufträge in einem einzigen Quartal: General Dynamics hat im dritten Quartal einen Auftragseingang verbucht, der die Erlöse um das 6,8-Fache übertrifft. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 3,7 Prozent zu, obwohl der Gesamtmarkt nachgab.
Zahlen schlagen die Erwartungen
Der Rüstungskonzern steigerte den Umsatz um 12,9 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 13,73 Milliarden gerechnet. Beim Gewinn je Aktie standen 4,49 Dollar zu Buche, rund 37 Cent mehr als erwartet und knapp 16 Prozent über dem Vorjahreswert.
Das operative Ergebnis wuchs um 14,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, die Marge verbesserte sich leicht auf 10,5 Prozent. Der Cashflow aus dem operativen Geschäft erreichte 139 Prozent des Nettogewinns. Zudem baute der Konzern Schulden von einer halben Milliarde Dollar ab.
Die Wachstumstreiber lagen vor allem im Schiffbau. Marine Systems steigerte die Erlöse um gut 21 Prozent, das Segmentergebnis legte um mehr als ein Drittel zu. Auch Aerospace verbesserte die Profitabilität spürbar, während Combat Systems beim Ergebnis minimal zurückfiel.
Auftragsbuch auf Rekordniveau
Der eigentliche Paukenschlag steckt in den Bestellungen. Allein die Verteidigungssparten sammelten 93,8 Milliarden Dollar ein, getragen von Großaufträgen für U-Boote der Virginia- und Columbia-Klasse. Die Luftfahrtsparte mit den Gulfstream-Jets steuerte weitere 5 Milliarden Dollar bei.
Der Auftragsbestand sprang dadurch auf 220 Milliarden Dollar, im Vorquartal waren es noch gut 136 Milliarden. Der Zuwachs entfällt fast vollständig auf Marine Systems. Ein großer Teil des neuen Bestands ist allerdings noch nicht finanziert, das Geld fließt erst mit späteren Haushaltsfreigaben.
CEO Phebe Novakovic sprach von „exzeptionellen Ergebnissen“ und verwies auf die über ein Jahrzehnt hinweg getätigten Investitionen.
Tiefe Erwartungen verstärken die Reaktion
Dass der Kurs so deutlich anzog, hat auch mit der Vorlaufstimmung zu tun. RBC Capital und Bernstein hatten ihre Kursziele zuletzt gesenkt, die Messlatte lag entsprechend niedrig. Zuletzt notierte die Aktie bei 370,82 Dollar und damit leicht unter dem Niveau von vor drei Monaten.
Der Konzern setzt die Kapitalrückführung fort: Im Quartal flossen 429 Millionen Dollar an Dividenden. Die Nettoverschuldung sank seit Jahresbeginn von 5,7 auf 2,6 Milliarden Dollar. Mit dem prall gefüllten Auftragsbuch und der gestärkten Bilanz geht General Dynamics gut gerüstet in die nächsten Quartale, in denen vor allem die Umwandlung der U-Boot-Aufträge in Umsatz im Blick steht.
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