General Electric: Es weht ein Hauch von Geschichte

Als eines der letzten großen Industrie-Konglomerate steckt die amerikanische General Electric seit Jahren in der Krise. Der Konzern versucht mit einer massiven Restrukturierung wieder aus der Talsohle herauszukommen.

Doch die Fortschritte, die Firmenchef John Flannery melden kann, gehen dem Markt nicht schnell genug. Flannery selbst hat sicherlich derzeit einen sehr undankbaren Job. Er ist erst seit August letzten Jahres CEO und muss nun die Fehler aus Jahrzehnten wieder hinbiegen.

General Electric: Assetverkäufe zünden noch nicht

Dabei werden bei General Electric durchaus große Zahlen bewegt. Denn nach Auskunft von Flannery könnte GE Vermögenswerte im Gesamtvolumen von mindestens 20 Milliarden Dollar versilbern. Kürzlich konnte man dabei den Teilverkauf der eigenen Zugantriebs-Sparte an den Zugausrüster Wabtec melden. Allerdings war dies nur ein eher halbherziges Projekt. Denn General Electric behält 50,1 % an der neuen Firma. so konnte man auch nur 2,9 Milliarden Dollar an Barerlösen einnehmen.

Was der Börse fehlt, sind ein oder zwei große Würfe, wie zuletzt der traditionelle Konkurrent Siemens mit dem Börsengang von Siemens Healthineers präsentieren konnte. Dass die Anleger den deutschen Industriekonzern gegenüber General Electric deutlich bevorzugen, sieht man auch im direkten Aktienvergleich. Denn in den vergangenen zwei Jahren verbuchte die Aktie von General Electric einen Abschlag von rund 60 %, während Siemens immerhin auf aktuell knapp 25 % Plus kommt.

Rauswurf aus dem Dow Jones

Nun hat General Electric quasi die Höchststrafe bekommen: Die Aktie fliegt aus dem Dow Jones. Wobei man wissen muss, dass General Electric zu den Gründungsmitgliedern gehörte, als der Dow 1896 erstmals berechnet wurde. Das Unternehmen selbst war seit 1907 ununterbrochen Mitglied im amerikanischen Leitindex.

Dass man nun der Drogeriekette Walgreens Boots Alliance weichen muss, ist somit das sprichwörtliche i-Tüpfelchen auf den geradezu dramatischen Niedergang einer früheren Industrie-Ikone.

Aktie bald am Wendepunkt?

Immerhin: Schaut man auf den Aktienkurs, könnte hier tatsächlich eine Bodenbildung zum Greifen nahe sein. Nach der Entscheidung über den Index-Ausschluss werden die nächsten 2 bis 3 Wochen sicherlich noch einmal für Verkaufsdruck sorgen, da viele Fonds- und Zertifikate-Anbieter, die den Dow Jones abbilden, die Veränderungen entsprechend nachvollziehen müssen.

Aber man kann zum jetzigen Zeitpunkt schon davon ausgehen, dass General Electric bei den meisten Index-Fonds bereits untergewichtet war. Entsprechend sehen wir das derzeitige Restrisiko auf zehn Dollar begrenzt. Mutige Anleger könnten entsprechend hier schon einen ersten Fuß in die Tür stellen mit Blick auf einen möglichen Turnaround.

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