General Mills Aktie: Häagen-Dazs-Netz von 550 auf 171 Standorte
General Mills trennt sich von seinem Häagen-Dazs-Filialnetz in China und setzt künftig auf Handelspartner. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.

- Verkauf der China-Filialen an Ningji-Gruppe
- Fokus auf profitablere Vertriebswege
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
- Analysten sehen Herausforderungen bei Integration
General Mills zieht sich aus dem chinesischen Filialbetrieb zurück. Der Konzern verkauft sein Häagen-Dazs-Shopnetz in China an die Ningji-Gruppe — und das Timing spricht für sich: Von über 550 Standorten im Jahr 2019 sind gerade noch 171 übrig.
Rückzug nach Jahren des Schrumpfens
Der Deal überträgt der Ningji-Gruppe die exklusiven Lizenzrechte für den Betrieb der physischen Standorte sowie das Geschenkgeschäft. General Mills nennt sinkende Kundenfrequenz und dauerhaft hohe Fixkosten als Hauptgründe.
Das passt zur konzernweiten „Accelerate“-Strategie: weniger Kapitalintensität, mehr Profitabilität. In China will General Mills künftig nur noch über Supermärkte und Gastronomiepartner verkaufen — ohne eigene Filialen, ohne Mietkosten, ohne Betriebsrisiko.
Käufer mit prominenten Geldgebern
Die Ningji-Gruppe ist kein unbeschriebenes Blatt. Das 2021 gegründete Unternehmen betreibt rund 1.800 eigene Filialen — finanziert unter anderem von ByteDance und Tencent. Für Ningji bedeutet die Übernahme Zugang zu Premium-Lagen in chinesischen Metropolen und einen Schub für das Markenimage. Analysten sehen allerdings Herausforderungen bei der Integration der Lieferketten.
Der Abschluss der Transaktion ist noch für 2026 geplant.
Aktie nahe Jahrestief
An der Börse kommt die Nachricht in einem schwierigen Umfeld. Die Aktie notiert bei 27,71 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 27,35 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf rund 29 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar auf fast 42 Prozent.
Bernstein stufte die Aktie zuletzt auf „Underperform“ herab und setzte das Kursziel auf 31 USD. Als Grund nannte die Bank Bedenken zur Preisstrategie in Nordamerika. J.P. Morgan kommt zum selben Kursziel — ebenfalls mit „Verkaufen“. Der RSI liegt bei 27,3 und signalisiert damit technisch überverkaufte Bedingungen.
Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Die Probleme reichen weit über China hinaus.
Für Juli 2026 erwartet der Markt die nächsten Quartalszahlen. Sie werden zeigen, ob der Umbau des internationalen Geschäfts die Profitabilität tatsächlich stabilisiert — oder ob der Umsatzrückgang von erwarteten rund 5,5 Prozent im laufenden Geschäftsjahr den Druck weiter erhöht.
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