Genmab Aktie: Lymphom-Bühne in Orlando?
Genmab präsentiert im Dezember erstmals die primären Resultate von EPCORE DLBCL-4 und ordnet weitere klinische Programme ein.

- 22 Beiträge für ASH-Tagung angenommen
- Erste EPCORE-DLBCL-4-Ergebnisse angekündigt
- Petosemtamab-Studie erreichte beide Hauptziele
- RAINFOL-02 erfüllte zwei Studienendpunkte
Genmab rückt mit neuen Studiendaten zu Epcoritamab den nächsten klinischen Termin in den Anlegerfokus. Gestern meldete das Unternehmen die Annahme von 22 wissenschaftlichen Beiträgen für die ASH-Jahrestagung. Dazu gehört die erstmalige Vorstellung der primären Ergebnisse aus EPCORE DLBCL-4. Nach den jüngsten Erfolgsmeldungen zu anderen Wirkstoffkandidaten steht damit ein weiterer Teil des Entwicklungsprogramms zur Bewertung an.
Epcoritamab erhält eine größere Bühne
Im Mittelpunkt steht die Phase-3-Studie EPCORE DLBCL-4. Sie untersucht Epcoritamab zusammen mit Lenalidomid bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom. Genmab hat die erste Präsentation der primären Studienergebnisse angekündigt. Eine Aussage über deren Ausgang ist mit dieser Ankündigung nicht verbunden.
Die angenommenen Beiträge decken das Epcoritamab-Entwicklungsprogramm bei B-Zell-Erkrankungen ab. Für Anleger zählt deshalb nicht allein die Zahl der Präsentationen. Entscheidend wird sein, welche klinischen Aussagen die Ergebnisse erlauben und wie sie das Bild des Wirkstoffs ergänzen. Die Ankündigung schafft dafür einen konkreten Anlass, nimmt die Bewertung der Daten aber nicht vorweg.
Die ASH-Jahrestagung findet vom 12. bis 15. Dezember 2026 statt. Für den 16. Dezember hat Genmab zusätzlich ein Forschungs- und Entwicklungsupdate sowie eine Besprechung der ASH-Daten angesetzt.
Weitere Studienerfolge bilden den Hintergrund
Die Epcoritamab-Präsentationen folgen auf positive Nachrichten zu Petosemtamab. Am 28. Oktober meldete Genmab, dass LiGeR-HN1 beide primären Endpunkte erreicht habe. Die Kombination mit Pembrolizumab senkte das Sterberisiko gegenüber Pembrolizumab allein um 50 Prozent.
Die Studie betrifft die Erstbehandlung von PD-L1-positivem, wiederkehrendem oder metastasiertem Kopf-Hals-Krebs. Auch die objektive Ansprechrate verbesserte sich statistisch signifikant. Genmab plant Gespräche mit den Zulassungsbehörden. Aus dem Studienerfolg folgt damit zunächst der angekündigte regulatorische Austausch, nicht bereits eine Zulassungsentscheidung.
Dezember liefert den nächsten Bewertungsanlass
Auch für Rina-S hatte Genmab am 23. Oktober positive Ergebnisse gemeldet. Die Phase-3-Studie RAINFOL-02 erreichte bei platinresistentem Eierstockkrebs den primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens und den wichtigen sekundären Endpunkt des Gesamtüberlebens.
Damit richtet sich der Blick auf mehrere klinische Programme statt auf einen einzelnen Kandidaten. Die angekündigten Epcoritamab-Ergebnisse liefern im Dezember den nächsten konkreten Prüfstein. Dabei sind die wissenschaftliche Präsentation und Genmabs anschließende Einordnung getrennte Anlässe: Erstere liefert die Studienergebnisse, letztere soll sie im Rahmen des Entwicklungsprogramms erläutern. Für Anleger liegt der Nachrichtenwert in diesen klinischen Aussagen – nicht allein im Umfang des Kongressauftritts.
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