Genmab Aktie: Petosemtamab überzeugt bei Darmkrebs

Phase-2-Daten zu Petosemtamab zeigen bestätigte Tumoransprechen; vier Phase-3-Studien prüfen den Antikörper weiter.

Die Kernpunkte:
  • Ansprechraten von 75 und 67 Prozent
  • Ansprechen bei Lebermetastasen beobachtet
  • Vier Phase-3-Studien prüfen Petosemtamab
  • Keine Todesfälle durch Behandlungsereignisse

Genmab legt beim Antikörper Petosemtamab nach: Neue Phase-2-Daten bei metastasiertem Darmkrebs zeigen hohe Ansprechraten, die sich mit längerer Beobachtung weiter verfestigen. Vorgestellt wurden sie auf dem ESMO-Kongress in Madrid. Für den Konzern geht es um mehr als eine Zwischenbilanz, denn Petosemtamab ist ein zentraler Baustein der späten Pipeline.

Hohe Ansprechraten in beiden Therapielinien

Das Mittel kombiniert Genmab mit den Chemotherapien FOLFOX oder FOLFIRI. Ausgewertet wurden 79 Patienten, davon 45 in der Erstlinie und 34 in der Zweitlinie. In der Erstlinie sprachen 75 Prozent der Patienten an, in der Zweitlinie 67 Prozent. Bei linksseitigen Tumoren in der Erstlinie lag die Quote sogar bei 81 Prozent.

Die Krankheitskontrollrate erreichte 95 beziehungsweise 93 Prozent. Ein wichtiger Punkt: Der Großteil der zuvor unbestätigten Ansprechen wurde mit längerer Nachbeobachtung bestätigt. Zum Datenstichtag standen noch gut drei Viertel der Patienten unter Behandlung.

Auch Patienten mit Lebermetastasen, einem ungünstigen Prognosefaktor, sprachen an. Die Raten lagen hier bei 76 und 67 Prozent.

Verträglichkeit im Rahmen

Nebenwirkungen führten bei wenigen Patienten zum Abbruch. In der FOLFOX-Gruppe traf das 2 von 42 Patienten, in der FOLFIRI-Gruppe 1 von 37. Todesfälle durch behandlungsbedingte Ereignisse gab es nicht.

Infusionsreaktionen traten bei 48 beziehungsweise 43 Prozent der Patienten auf. Schwere Reaktionen vom Grad 3 blieben die Ausnahme.

Genmabs Entwicklungschef Tahamtan Ahmadi sieht die Daten als überzeugende Begründung für die laufenden Zulassungsstudien. Es handelt sich allerdings um eine einarmige Studie ohne Vergleichsgruppe. Belastbar wird das Bild erst durch die Phase-3-Ergebnisse.

Vier Phase-3-Studien laufen

Petosemtamab wird derzeit in vier Phase-3-Studien geprüft: zwei bei Kopf-Hals-Tumoren und zwei bei Darmkrebs. Die beiden Darmkrebsstudien, eine in der Erst- und eine in der Zweitlinie, rekrutieren aktiv Patienten.

Darmkrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebsdiagnose, jährlich erkranken schätzungsweise 1,9 Millionen Menschen neu. Der Markt ist entsprechend groß.

Die Aktie schloss am Freitag in den USA bei 43,79 Dollar, ein Plus von 9,5 Prozent. Am kommenden Mittwoch, 28. Oktober, um 17:00 Uhr MEZ lädt Genmab zu einem Investoren-Update. Dort dürfte das Management die Darmkrebsdaten und die Perspektiven der Phase-3-Programme einordnen.

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