German Startups Group sagt Börsengang ab

So schnell kann es gehen. Gestern hatten wir noch aus Gesprächen mit beteiligten Personen erfahren, dass der Börsenaspirant German Startups Group trotz der zuletzt wieder etwas schwächeren Taxen am Börsengang festhalten wolle. Heute nun am späten Nachmittag der Paukenaschlag: Das Unternehmen sagt den Börsengang ab.

 

© kebox - fotolia.com
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Als Begründung wurde genannt, dass man angesichts „des fragilen Kapitalmarktumfeldes“ kein ordentliches Pricing zustande bekäme. Außerdem sei die gewünschte Überzeichnung – die nach der Erstnotierung in der Regel für steigende Kurse sorgen kann – nicht zustande gekommen.

 

IPO-Taxen im Sinkflug

Schaut man auf die Indikationen beim Broker Lang & Schwarz, wurde das Dilemma schon in den letzten Tagen offensichtlich. Denn während die Taxe für German Startups Group vor gut einer Woche mit 3,80 Euro sogar schon über der Bookbuilding-Spanne notierte, die zwischen 2,70 und 3,60 Euro lag, sackte der Kurs in den folgenden Tagen massiv ab. Aktueller Schlusspunkt heute nur noch 2,85 Euro.

Dass war offenbar den Altaktionären zu wenig, wobei die beteiligten Banken wohl auch fürchten mussten, eben auf Aktien sitzen zu bleiben und diese dann über die eigenen Bücher abrechnen zu müssen. Deshalb nun die Absage, was gleich in zweierlei Hinsicht ein Menetekel ist.

 

German Startups Group in „guter“ Gesellschaft

Denn einerseits reiht sich German Startups Group damit in die Gruppe der Börsenneulinge ein, die in den vergangenen Wochen schon einige Absagen produzierten. Andererseits untermauert das ein grundsätzliches Unverständnis, dass der Kapitalmarkt gegenüber Beteiligungs-Firmen wie German Startups Group, Rocket Internet oder auch Ecommerce Alliance zeigt.

Denn dieser versteht weiterhin kaum, auf welches Geschäftsmodell solche Firmen abstellen, nämlich die regelmäßig überdurchschnittlich hohe Wertschöpfung bei Startup-Firmen VOR einem späteren Börsengang.

Bleibt zu hoffen, dass German Startups Group später einen neuen Anlauf macht. Wir werden am Thema jedenfalls dran bleiben.

 

Hier geht es zur Stellungnahme des Unternehmens zur Absage...

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