German Startups Group will schnell an die Börse – Zeichnen?

Schon vor vier Wochen sorgte die aus Berlin kommenden German Startups Group für gespitzte Ohren bei den Anlegern, als sie einen baldigen Börsengang in Aussicht stellte. Was vor dem Hintergrund einer damals anrollenden Welle von etlichen Neuemissions-Ankündigungen erst einmal nur mittleres Interesse fand, wird nun zur vorläufig heißesten Story des IPO-Sommers.

 

© German Startups Group
© German Startups Group

Die Beteiligungsgesellschaft macht zügig Nägel mit Köpfen. Seit heute läuft die Angebotsfrist für insgesamt 22,1 Mio. Aktien (inklusive Mehrzuteilungsoption), die zwischen 2,70 Euro und 3,60 Euro an den Investor gebracht werden sollen. Damit würde die Firma eine Marktkapitalisierung von bis zu 98 Mio. Euro erreichen können, da nach dem Börsengang insgesamt rund 27,4 Mio. Aktien zum Börsenhandel zugelassen wären. Nach dem IPO hätten die Altaktionäre rund 23% der Firma, der Rest wäre im Streubesitz.

Der Großteil des Emissionserlöses will die German Startups Group - kurz GSG - in den Aufbau weiterer Beteiligungen stecken. Und die Zeit scheint auch günstig, da u. a. in der Branche der Börsengang von Rocket Internet im vorigen Jahr als ein wichtiger Türöffner galt, um das Thema Startups, Beteiligungsgesellschaften und entsprechende Wachstumsperspektiven wieder in den Vordergrund zu bringen und es eine sehr aktive Startup-Szene gibt.

 

German Startups Group bietet interessante Fundamentaldaten

Hinzu kommt, dass GSG durchaus einiges auf den ersten Blick zu bieten hat. So lieferte das Unternehmen im letzten Jahr eine Gewinnsteigerung von vormals 176.000 Euro auf 1,44 Mio. Euro ab. Was in de Hauptsache entsprechenden Wertsteigerungen der Beteiligungen zu verdanken war. Aber auch Verkaufserlöse gehören natürlich in dieses Geschäftsmodell.

So profitierte man vom Verkauf des Mobilwerbers Fyber im Oktober letzten Jahres, der für geschätzte 200 Mio. Euro an das international tätige Medienunternehmen RNTS Media verkauft wurde. Allerdings muss, genau wie auch beim Verkauf vom Online-Sexshop Amorelie an ProSiebenSat.1 im Frühjahr, gesagt werden, dass GSG immer nur mit einem sehr geringen Prozentsatz dabei war.

 

Großes Portfolio, aber nur kleine Beteiligungen

Das zieht sich auch durch das bestehende, durchaus üppig ausgestattete Beteiligungsportfolio. Aktuell ist GSG in 43 Firmen engagiert, die in den unterschiedlichen Startup-Phasen (Seed, Early, Growth) stecken. Dabei liegt der Schwerpunkt mit knapp zwei Dritteln auf Growth-Stage-Firmen, die in ihrer geschäftlichen Entwicklung schon recht weit gekommen sind. Darunter befinden sich dann entsprechend auch einige ganz veritable IPO-Kandidaten.

Die prozentual größten Einzelbeteiligungen hält GSG dabei u. a. an anderen Inkubationsfirmen wie Necker Island oder Baja California Co-Founding. Was durchaus nachvollziehbar ist, da man dadurch sehr früh den Fuß in die Tür von möglicherweise aussichtsreichen Unternehmen bekommt. Grundsätzlich muss aber kritisiert werden: Mit 1% -bis 4% durchschnittlichen Beteiligungsgrößen ist GSG meist nur ein Mitläufer, was aber zugegebenermaßen auch daran liegen könnte, das man aufgrund der bisherigen Kapitalausstattung noch nicht mehr in die Waagschale werfen konnte.

 

IPO könnte die nötige Masse für mehr Wachstum bringen

Das sieht man auch an den Beteiligungen, die derzeit als die Flaggschiffe im Portfolio gelten. Denn laut Prospekt ist GSG bei der Musikplattform SoundCloud nur mit 0,20% beteiligt, und das auch nur indirekt. Bei MisterSpex sind es 0,66% und bei Delivery Hero, die als besonders heißer IPO-Kandidat gehandelt werden, sind es sogar nur 0,06% und das ebenfalls nur indirekt.

Immerhin: Die vom Unternehmen kommunizierte jährliche Bruttorendite von 30,5% pro Jahr auf das eingesetzte Kapital kann sich sehen lassen. Hinzu kommt, dass man selbst kaum Fremdkapital drin hat. Mit dem angepeilten Börsenerlös hätte man also gute Gelegenheit, hier an Tempo und Umfang draufzulegen.

Laut Prospekt würde der aktuelle Nettobuchwert inklusive bereits vollzogener Kapitalmaßnahmen und einer Aktienplatzierung zu durchschnittlich 3,15 je Aktie bei 2,75 Euro je Aktie liegen. Unter diesen Aspekten rechnen wir damit, dass sich der Platzierungspreis um die 3 Euro einpendeln dürfte. Zu diesem Preis würden wir die Zeichnung empfehlen. Die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich bis zum 16. Juli.

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