Gerresheimer Aktie: 52-Wochen-Tief bei 14,90 Euro

Der Gerresheimer Aktienkurs erholt sich vom Jahrestief, doch Analysten sehen den fairen Wert teils niedriger. Ein DCF-Modell signalisiert Aufwärtspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung von über 70 Prozent
  • Analysten-Konsens unter aktuellem Niveau
  • DCF-Modell sieht Aufwärtspotenzial
  • Margendruck und Integrationsprobleme belasten

Fast halbiert in zwölf Monaten — und trotzdem einer der stärkeren Werte im Quartal. Die Gerresheimer Aktie liefert derzeit ein widersprüchliches Bild, das Anleger beschäftigt.

Kurzfristige Stärke, langfristiger Schaden

Seit dem 52-Wochen-Tief bei 14,90 Euro im Februar hat sich der Kurs des Verpackungsspezialisten deutlich erholt. Aktuell notiert das Papier bei 25,62 Euro — rund 10 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 23,22 Euro. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von über 46 Prozent zu Buche.

Der DAX verlor am Mittwoch 0,9 Prozent auf 24.893 Punkte, belastet durch geopolitische Spannungen und einen steigenden Ölpreis. Gerresheimer hält sich in diesem Umfeld über den Frühjahrstiefs — anders als Fresenius, das zuletzt auf Jahrestiefststände fiel.

Zwei Bewertungen, zwei Wahrheiten

Hier liegt der eigentliche Konflikt. Der Analysten-Konsens sieht den fairen Wert bei lediglich 23,37 Euro — damit wäre der aktuelle Kurs bereits zu hoch bewertet. Ein DCF-Modell auf Cashflow-Basis kommt dagegen auf 29,40 Euro und signalisiert rund 11 Prozent Aufwärtspotenzial.

Für 2029 rechnen Marktmodelle mit einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro und einem Gewinn von 104,2 Millionen Euro. Das entspräche einem KGV von 10,4 — nicht üppig, aber auch kein Schnäppchen bei den bestehenden Risiken.

Margendruck und Integrationsprobleme

Als konkrete Belastungsfaktoren gelten der anhaltende Margendruck sowie Schwierigkeiten bei der Integration von Bormioli. Das Branchenumfeld zeigt sich gespalten: Online-Apotheken wie Redcare und DocMorris profitierten am Mittwoch massiv von regulatorischen Beschlüssen zum Apotheken-Fixum und legten 9,2 beziehungsweise 7,7 Prozent zu. Klassische Medizintechnik-Werte dagegen leiden weiter unter Kostendruck.

Die Volatilität der Gerresheimer-Aktie liegt annualisiert bei knapp 48 Prozent — ein Wert, der die ungelösten Fragen rund um Marge und Wachstum gut widerspiegelt. Ob der Kurs den 200-Tage-Durchschnitt bei 26,22 Euro dauerhaft zurückerobert, wird zeigen, wie ernst der Markt das DCF-Modell nimmt.

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