Gerresheimer Aktie: Absturz nach Bilanzskandal

Der SDAX-Konzern Gerresheimer verschiebt seine Jahresbilanz 2026 wegen Bilanzierungsfehlern, was zu einem Kurssturz von rund 30 Prozent führte. Der Konzern kündigt einen Notverkauf an.

Die Kernpunkte:
  • Kurseinbruch von etwa 30 Prozent
  • Jahresabschluss wegen Bilanzierungsfehlern verschoben
  • Wertminderungen in Höhe von bis zu 240 Millionen Euro
  • Notverkauf der US-Tochter Centor geplant

Die Gerresheimer-Aktie steht heute bei Anlegern auf der Abschussliste. Ein Kurseinbruch von rund 30 Prozent katapultiert den Titel auf das tiefste Niveau seit Sommer 2009. Der Grund: Der SDAX-Konzern hat die für den 26. Februar geplante Veröffentlichung seines Jahres- und Konzernabschlusses 2026 verschoben – wegen Fehlern in der Bilanzierung.

Nach bisherigen Erkenntnissen haben einzelne Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und internationale Rechnungslegungsstandards verstoßen. Die Korrekturen betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Das Problem: Die notwendigen Anpassungen wirken sich auch auf die Bilanz für 2025 aus, die bereits Ende vergangenen Jahres korrigiert werden musste.

Bafin hatte bereits geprüft

Die Finanzaufsicht Bafin hatte bereits im vergangenen Jahr moniert, dass Gerresheimer 2025 Umsatzerlöse für einige Kundenverträge erfasst hatte, obwohl diese noch nicht ausgeführt waren. Anleger hofften damals, das Thema sei nach Berichten über eine wahrscheinliche Fehlbuchung im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich erledigt. Diese Hoffnung hat sich nun als trügerisch erwiesen.

Hinzu kommen nicht zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro für 2026. Betroffen sind vor allem Sensile Medical in der Schweiz und Gerresheimer Moulded Glass Chicago in den USA. Der Konzern hat bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen und eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt.

Notverkauf der US-Tochter

Um sich finanziellen Spielraum zu verschaffen, will Gerresheimer nun die US-Tochter Centor verkaufen. Das Unternehmen stellt Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente her und ist in einem hochmargigen Geschäft unterwegs. Die Investmentbank Morgan Stanley wurde mit dem Verkauf beauftragt, der noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Das Interesse potenzieller Käufer sei stark.

Der ursprünglich für 2027 geplante Verkauf der Behälterglassparte Moulded Glass wurde dagegen verschoben. Analysten von JP Morgan sprechen von einem Weg „von schlecht über schlimmer zu noch schlimmer“. Barclays-Experte Pallav Mittal sieht das neue Management in der Pflicht, die langfristige Darstellung komplett zu überarbeiten und nur noch erreichbare Ziele zu setzen.

Konkurrent profitiert

Zusätzlich belastet wird der Kurs durch gute Geschäftszahlen des Konkurrenten Schott Pharma, dessen Aktie heute um fast 13 Prozent zulegt. Der überraschend schwungvolle Start ins neue Geschäftsjahr 2026/27 hat zu Portfolio-Umschichtungen geführt. Für Gerresheimer könnte es dagegen schwierig werden, verlorenes Anlegervertrauen zurückzugewinnen.

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