Gerresheimer Aktie: APAS-Verfahren trifft KPMG
Die Abschlussprüferaufsicht leitet ein Verfahren gegen Wirtschaftsprüfer KPMG ein. Grund ist ein uneingeschränktes Testat trotz bekannter Bilanzverstöße bei Gerresheimer.

- APAS-Verfahren gegen Prüfer KPMG eingeleitet
- Bilanzkorrekturen in Millionenhöhe notwendig
- Konzern in technischem Kreditverzug
- Verkauf von Tochtergesellschaft geplant
Die Bilanzaffäre bei Gerresheimer zieht immer weitere Kreise. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS hat nun ein berufsrechtliches Verfahren gegen KPMG eingeleitet — weil der Wirtschaftsprüfer dem Jahresabschluss 2024 ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte, obwohl systematische Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften vorlagen. Die Aktie notiert bei 17,66 Euro und damit rund 73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Falsch gebuchte Umsätze als Ausgangspunkt
Der Kern des Problems sind sogenannte Bill-and-Hold-Geschäfte. Gerresheimer buchte Umsätze, bevor Waren tatsächlich ausgeliefert wurden. Eine unabhängige Untersuchung bestätigte diese Praxis. Die Folge: Das bereinigte EBITDA musste um 24 Millionen Euro korrigiert werden. Außerplanmäßige Wertberichtigungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro kamen hinzu.
Weil der testierte Jahresabschluss für 2025 weiterhin fehlt, verletzt Gerresheimer vertraglich zugesicherte Reporting-Pflichten gegenüber seinen Geldgebern. Der Konzern steckt damit in einem technischen Verzug. Interim-CEO Uwe Röhrhoff verhandelt intensiv mit den Kreditgebern über Fristverlängerungen, um eine Kündigung der Kreditlinien zu verhindern.
Centor-Verkauf und Werksschließung
Das Management handelt auf mehreren Fronten. Morgan Stanley soll den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. forcieren — Ende 2024 stand die Sparte mit 292 Millionen Euro in der Bilanz. Parallel schließt Gerresheimer sein Moulded-Glass-Werk in Chicago und verlagert die Kapazitäten nach Italien und Indien. Beides soll den Verhandlungsspielraum gegenüber den Banken erhöhen.
Wendepunkt erst im Juni
Der Kapitalmarkt wartet auf belastbare Informationen. Weder der Q1-Quartalsbericht noch der Termin für die Hauptversammlung stehen fest. Das Management peilt Juni 2026 als Zieldatum an: Bis dahin soll der testierte Jahresabschluss vorliegen und die BaFin-Prüfungen sollen abgeschlossen sein.
Nur wenn diese Hürden fallen, bleibt die Umsatzprognose von bis zu 2,4 Milliarden Euro für 2026 realistisch. Erste institutionelle Investoren kaufen bereits auf dem historisch niedrigen Kursniveau zu — Leerverkäufer setzen weiterhin auf eine Fortsetzung der Krise. Der RSI liegt bei 25,6 und signalisiert damit eine technisch überverkaufte Lage, die aber ohne fundamentale Klärung wenig Orientierung bietet.
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