Gerresheimer Aktie: Erholung im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal legten Umsatz und bereinigtes EBITDA gegenüber dem Vorquartal zu, blieben aber unter den Vorjahreswerten.

- Umsatz erreicht 578 Millionen Euro
- Bereinigtes EBITDA steigt über 50 Prozent
- Primary Injectable Solutions mit Ergebnisrückgang
- Verkäufe sollen Verschuldung künftig senken
Gerresheimer hat den schwachen Jahresauftakt hinter sich gelassen, liegt aber weiter unter Vorjahresniveau. Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal zeigen eine deutliche Erholung gegenüber dem Vorquartal. Im Vorjahresvergleich bleibt das Bild gemischt.
Sprung gegenüber dem ersten Quartal
Der Umsatz lag bei 578 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA bei 102 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von mehr als 50 Prozent beim operativen Ergebnis gegenüber dem ersten Quartal. Die Marge stieg um 5,0 Prozentpunkte auf 17,6 Prozent.
Zum Vorjahresquartal fehlt allerdings noch einiges. Damals standen nach angepassten Zahlen 614 Millionen Euro Umsatz und 126 Millionen Euro EBITDA zu Buche. CFO Wolf Lehmann sagt, das Quartal sei wie erwartet stärker ausgefallen. Das Transformationsprogramm gto beginne zu greifen.
Die Segmente laufen auseinander
Containment & Delivery Systems wächst leicht. Der Bereich profitiert von höherer Nachfrage nach Drug Delivery Devices und erreicht eine bereinigte EBITDA-Marge von 23,9 Prozent.
Schwach bleibt Primary Injectable Solutions. Bei Spritzensystemen und vor allem bei Standard-Injektionsfläschchen fiel die Nachfrage in Europa und Amerika geringer aus.
Die niedrigere Auslastung der Werke drückt aufs Ergebnis: Das EBITDA sank im Quartal auf 11 Millionen Euro, nach 33 Millionen Euro im Vorjahr. Die Marge verbesserte sich zwar auf 9,7 Prozent, bleibt aber niedrig. Maßnahmen zur besseren Auslastung sind nach Unternehmensangaben bereits angelaufen.
Moulded Glass verzeichnete einen leichten Rückgang bei Umsatz und Gewinn, die Marge lag bei 14,9 Prozent. Höhere Nachfrage im Bereich Food & Beverage glich schwächere Pharma-Umsätze aus. Diese hängen teils mit der bevorstehenden Schließung des Werks in Chicago Heights zusammen.
Verkäufe sollen die Bilanz entlasten
Der Verkauf von Centor steht nach Unternehmensangaben kurz vor dem Vollzug. Der Verkauf von Primary Packaging Plastics soll im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden. Mit den Mittelzuflüssen will Gerresheimer die Kapitalstruktur verbessern und die Verschuldung senken.
Für das zweite Halbjahr 2026 stellt das Management eine Ergebnisverbesserung und eine deutlich bessere Finanzlage in Aussicht. Der vollständige Halbjahresbericht soll voraussichtlich Ende November 2026 erscheinen. Dann zeigt sich, ob die Marge auch im dritten Quartal weiter über dem Niveau des zweiten liegt.
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