Gerresheimer Aktie: Hedgefonds greifen an
Der Pharmazulieferer Gerresheimer kämpft mit anhaltenden Short-Positionen von über 8% und einem Kursverlust von mehr als 60% infolge eines Bilanzskandals. Analysten sind tief gespalten.

- Über 8% Short-Positionen durch institutionelle Anleger
- Bilanzkorrektur von 28 Millionen Euro belastet
- Analystenmeinungen reichen von Kaufen bis Verkaufen
- Kurs notiert mehr als 60 Prozent unter Vorjahresniveau
Die Gerresheimer Aktie steht massiv unter Beschuss. Bei rund 27,60 Euro notiert der Pharma-Verpackungsspezialist mehr als 60% unter dem Vorjahresniveau – Folge des Bilanzskandals vom Dezember 2025. Doch die Korrektur von 28 Millionen Euro zu früh verbuchter Umsätze ist nur ein Problem. Das andere: Hedgefonds setzen weiterhin aggressiv auf fallende Kurse.
Short-Attacke hält an
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
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- Numeric Investors: 2,39% Short-Position
- Arrowstreet Capital: 2,03% Short-Position
- Acadian Asset Management: 1,33% Short-Position
- Capital Fund Management: 0,79% Short-Position
- Millennium International Management: 0,70% (aufgestockt am 8. Januar)
Nur Two Sigma Investments reduzierte seine Wette minimal von 0,90% auf 0,89%. Insgesamt halten institutionelle Anleger Short-Positionen von über 8% – ein deutliches Signal, dass das Vertrauen noch nicht zurückgekehrt ist.
Was hinter dem Bilanzskandal steckt
Kurz vor Weihnachten 2025 musste Gerresheimer einräumen, Umsätze aus sogenannten Bill-and-Hold-Vereinbarungen zu früh erfasst zu haben. Bei diesen Geschäften werden Waren bereits in Rechnung gestellt, aber noch nicht an den Kunden ausgeliefert – eine Praxis, die strenge IFRS-Vorgaben erfüllen muss.
Das Ergebnis der externen Untersuchung: Rund 28 Millionen Euro wurden systematisch falsch verbucht. Die Korrektur drückt Umsatz und EBITDA des Geschäftsjahrs 2024 um jeweils 1%, der Gewinn pro Aktie sinkt um 2%. Gerresheimer hat neue Bill-and-Hold-Umsätze im Geschäftsjahr 2025 komplett gestoppt und arbeitet mit der BaFin zusammen.
Analysten tief gespalten
Jefferies hält trotz allem an “Buy” mit Kursziel 34,10 Euro fest. Berenberg sieht den fairen Wert bei 30 Euro. Auf der Gegenseite: Bernstein stuft mit “Underperform” und Ziel 25,68 Euro ein, DZ Bank bleibt bei “Sell”. MWB Research brachte es am 5. Januar auf den Punkt: Die Glaubwürdigkeit stehe “unter Beobachtung” – Bilanzbereinigung hin oder her.
Der MDAX-Abstieg am 21. Dezember 2025 besiegelte den Fall. Mit einer Marktkapitalisierung von unter einer Milliarde Euro ist Gerresheimer nur noch ein Schatten seiner selbst. Vor zwei Jahren lag die Bewertung noch bei über 3 Milliarden Euro.
Bewertung schreit nach Turnaround
Das Forward-KGV von 7,72 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,68 zeigen: Der Markt preist entweder eine massive Unterbewertung oder erhebliche strukturelle Risiken ein. Ein KBV unter 1 bedeutet, dass der Substanzwert höher liegt als der Börsenwert – normalerweise ein Schnäppchen-Signal. Nur eben nicht, wenn Hedgefonds weiter Short-Positionen aufbauen.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob Gerresheimer das Vertrauen zurückgewinnen kann. Die BaFin-Prüfung läuft, die Short-Quote bleibt hoch, die Analysten uneins. Bis dato dominieren die Bären – und die Shortseller kassieren.
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