Gerresheimer Aktie: Neue Investoren wagen Einstieg
Während BaFin und Wirtschaftsprüfer die Bilanz untersuchen, kaufen CastleKnight und Deka Investment bei Gerresheimer ein. Das Management reagiert mit dem Verkauf von Centor und Werksschließungen.

- Neue Investoren trotz anhaltender Bilanzprüfung
- BaFin untersucht fehlerhafte Umsatzerfassung
- Verkauf der profitablen US-Tochter Centor geplant
- DSW prüft Schadensersatz gegen Ex-Vorstände
Während die Bilanzaufarbeitung läuft und BaFin sowie zwei Wirtschaftsprüfer gleichzeitig die Bücher durchleuchten, wagen erste institutionelle Investoren den Einstieg bei Gerresheimer. Der CastleKnight Master Fund und die Deka Investment haben auf dem stark gedrückten Kursniveau neue Beteiligungen angemeldet — ein Signal, dass zumindest einige Marktteilnehmer das Schlimmste für eingepreist halten.
Bilanzkrise mit juristischer Dimension
Die Aufarbeitung der Fehler ist komplex. Eine unabhängige Anwaltskanzlei hatte festgestellt, dass Umsätze aus sogenannten Bill-and-Hold-Vereinbarungen systematisch zu früh erfasst wurden — ein Verstoß gegen IFRS-Vorschriften. Nun prüfen KPMG und Grant Thornton parallel die Abschlüsse der Jahre 2024 und 2025. Pikant: KPMG hatte erst im Geschäftsjahr 2024 den bisherigen Prüfer Deloitte abgelöst.
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Die BaFin weitete ihre Untersuchung am 6. März 2026 aus. Im Fokus stehen neben der fehlerhaften Umsatzerfassung auch nicht erfasste Wertminderungen, eine unzutreffende Risikobeurteilung rund um die Bormioli-Pharma-Finanzierung sowie möglicherweise falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten von 65,5 Millionen Euro und aktivierte Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro.
Parallel dazu bekommt die Krise eine juristische Note. Der Aktionärsschutzverband DSW hat ein Gutachten zur Verantwortlichkeit ehemaliger Führungskräfte eingeholt und prüft Schadensersatzansprüche gegen Ex-CEO Dietmar Siemssen, Ex-CFO Bernd Metzner sowie Mitglieder des Aufsichtsrats.
Strukturmaßnahmen sollen Kurs stabilisieren
Das Management reagiert mit konkreten Schritten. Morgan Stanley wurde mit dem Verkauf der US-Tochter Centor beauftragt — einem auf verschreibungspflichtige Medikamentenverpackungen spezialisierten Segment mit einem Buchwert von 292 Millionen Euro, das als profitabelstes Asset gilt. Zudem soll das Werk in Chicago Heights bis Ende 2026 geschlossen und die Produktion auf Standorte in Italien und Indien verlagert werden.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Management Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro in Aussicht, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent und einem moderat positiven freien Cashflow. Ausdrücklich warnt das Unternehmen jedoch vor einem schwachen ersten Halbjahr — und sowohl die Q1-Mitteilung als auch die Hauptversammlung wurden verschoben, neue Termine stehen noch aus.
Der testierte Jahresabschluss, der für Juni 2026 erwartet wird, bleibt das entscheidende Datum. Erst wenn belastbare Zahlen vorliegen und die Kreditverhandlungen abgeschlossen sind, lässt sich beurteilen, wie tief die Bilanzierungsfehler tatsächlich reichen — und ob der Einstieg der neuen institutionellen Investoren auf einer tragfähigen Grundlage steht.
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