Gerresheimer Aktie: Schwierige Tage erwartet!

Gerresheimer kämpft mit Bilanzkorrekturen und treibt den Verkauf der US-Tochter Centor voran. Kreditgeber gewähren Aufschub für den testierten Abschluss.

Die Kernpunkte:
  • Verkaufsprozess für Centor gestartet
  • Schuldschein-Inhaber stimmen Fristverlängerung zu
  • Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro erwartet
  • Aktie erholt sich trotz SDAX-Ausschluss

Bilanzierungsfehler, ein laufender Unternehmensverkauf und aufgeschobene Covenants — Gerresheimer kämpft 2026 auf mehreren Fronten. Die Aktie hat sich vom Tief bei rund 15,57 Euro zwar deutlich erholt, notiert mit gut 24 Euro aber noch immer rund 58 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Centor-Verkauf mit zweistelliger Interessentenzahl

Der Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor Inc. läuft. Die auf Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente spezialisierte Einheit soll die Kapital- und Finanzierungsstruktur des Konzerns entlasten. Mandatiert ist Morgan Stanley. Gerresheimer rechnet noch in diesem Jahr mit dem Abschluss der Transaktion — und mit einer zweistelligen Anzahl von Interessenten ist der Prozess vielversprechend gestartet.

Ein erfolgreicher Verkauf würde den Unsicherheitsabschlag auf die Aktie verringern. Wie hoch der Erlös ausfallen könnte, hat das Unternehmen bislang nicht kommuniziert.

Kreditgeber gewähren Zeit

Mitte April einigte sich Gerresheimer mit seinen Schuldschein-Inhabern auf eine Fristverlängerung: 96 Prozent des Gesamtvolumens von 870 Millionen Euro stimmten zu, die Vorlage des testierten Jahresabschlusses bis Ende September 2026 aufzuschieben. Covenants zum Verschuldungsgrad sind bis dahin ausgesetzt.

Das verschafft Luft — solange die internen Untersuchungen laufen. Hintergrund sind falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten von 65,5 Millionen Euro sowie fehlerhafte Anhangangaben zu aktivierten Entwicklungskosten. Nach bisherigen Impairment-Tests erwartet Gerresheimer nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von rund 220 bis 240 Millionen Euro, hauptsächlich bei Technologie- und Entwicklungsprojekten der Sensile Medical AG sowie beim Moulded-Glass-Werk in Chicago.

Zieldatum Juni rückt näher

Der testierte Abschluss für das Geschäftsjahr 2025 soll im Juni 2026 veröffentlicht werden. Die Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2026 folgt zeitnah danach. Wegen der Bilanzierungsprobleme war Gerresheimer im April aus dem SDAX geflogen — ein Indexausschluss, der die Aktie zusätzlich unter Druck gesetzt hatte.

Operativ hält der Konzern Kurs. Für 2026 peilt das Management Umsätze zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro an, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent und einen moderat positiven freien Cashflow. Das Werk in Chicago Heights wird zum Jahresende geschlossen, das Geschäft auf Werke in Italien und Indien verlagert.

Der Juni wird zeigen, wie tief die Bilanzprobleme tatsächlich reichen. Ein testierter Abschluss ohne weitere Überraschungen wäre die Voraussetzung dafür, dass die jüngste Kurserholung — plus 24 Prozent in 30 Tagen — auf einem stabilen Fundament steht.

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