Gerresheimer Aktie: Schwieriges Terrain…

Der Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer meldet die dritte Gewinnwarnung und erleidet eine drastische Analystenabstufung der UBS. Der Aktienkurs befindet sich am 52-Wochen-Tief nach einem Verlust von über 60 Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Dritte Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2025
  • UBS senkt Kursziel von 75 auf 29 Euro
  • Aktie verliert über 60 Prozent seit Jahresbeginn
  • Transformationsprogramm als letzter Ausweg

Die dritte Gewinnwarnung in Folge und eine brutale Analysten-Abstufung der UBS reißen der Gerresheimer Aktie den Boden weg. Der Pharmaverpackungshersteller kämpft nicht mehr nur mit operativen Problemen – jetzt droht eine fundamentale Vertrauenskrise. Kann das Unternehmen den freien Fall noch stoppen?

UBS-Schock: Von 75 auf 29 Euro

Die Schweizer Großbank hat ihre Bewertung für Gerresheimer drastisch verschlechtert. Von „Buy“ auf „Neutral“ – und das Kursziel wird von 75 Euro auf nur noch 29 Euro zusammengestrichen. Das entspricht einem Rückgang um satte 61 Prozent.

UBS-Analyst Olivier Calvet begründet die drastische Maßnahme mit „zu vielen Unsicherheiten“. Während das Management die Trennung des Moulded Glass-Geschäfts plant und ein umfassendes Transformationsprogramm ankündigt, fragen sich Anleger: Kommt die Wende zu spät?

Drei Gewinnwarnungen – und kein Ende in Sicht

Die aktuelle Entwicklung liest sich wie ein Albtraum für Investoren:

  • Bereits dritte Prognosekorrektur für 2025
  • Organischer Umsatzrückgang von 2-4% erwartet (statt bisher geplantem Wachstum)
  • EBITDA-Marge bricht auf nur noch 18,5-19% ein
  • Verschuldungsquote steigt auf bedenkliche 4,4x

Besonders alarmierend: Die Schwäche im Kosmetik- und Mundpflegebereich hält an, selbst das eigentlich starke Plastics & Devices-Segment leidet unter Margendruck. Die Bormioli Pharma-Akquisition brachte zwar Umsatz, konnte die Rentabilitätserosion aber nicht stoppen.

Kampf ums Überleben

Mit einem Kurs von nur noch 27,36 Euro hat die Aktie seit Jahresbeginn über 61 Prozent verloren – und steht damit genau am 52-Wochen-Tief. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • Seit Jahresanfang: -61,03%
  • Letzte 12 Monate: -66,74%
  • RSI von 13,8 signalisiert extrem überverkaufte Lage

Die Marktkapitalisierung ist auf nur noch 1,29 Milliarden Euro geschrumpft. Bei einem Short-Interest von 8,4 Prozent gehört Gerresheimer zu den am stärksten leerverkauften Werten in Europa.

Das Transformationsprogramm und die mögliche Abspaltung der Moulded Glass-Sparte könnten der letzte Ausweg sein. Doch die Frage bleibt: Reicht die Zeit noch für eine Wende – oder ist das Vertrauen der Anleger bereits unwiderruflich verloren?

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