Gerresheimer Aktie: SDAX-Rauswurf besiegelt
Der Pharmazulieferer Gerresheimer wird aus dem SDAX ausgeschlossen, da der Jahresabschluss 2025 nicht fristgerecht vorliegt. Grund ist eine BaFin-Untersuchung zu Buchhaltungsfragen, die auch Finanzierungsverträge gefährdet.

- Ausschluss aus dem Nebenwerteindex SDAX besiegelt
- BaFin prüft Rechnungslegung der Jahre 2024 und 2025
- Wertberichtigungen von bis zu 240 Millionen Euro angekündigt
- Aktie verliert über 70 Prozent im Jahresvergleich
Der Düsseldorfer Pharmazulieferer Gerresheimer verliert seinen Platz im SDAX. Da die testierte Bilanz für 2025 nicht fristgerecht zum 31. März 2026 vorliegt, zieht die Deutsche Börse nun Konsequenzen. Hinter der Verzögerung verbirgt sich ein tiefergehender Konflikt um Rechnungslegungsstandards, der inzwischen auch die Finanzierung des Konzerns belastet.
BaFin-Prüfung blockiert den Abschluss
Ursächlich für den verpassten Stichtag ist eine laufende Untersuchung der Finanzaufsicht BaFin. Neben dem regulären Prüfer KPMG durchleuchtet aktuell die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton die Bücher der Geschäftsjahre 2024 und 2025. Im Zentrum des Verdachts stehen sogenannte Bill-and-Hold-Vereinbarungen. Die Behörde prüft, ob Umsätze und Kosten entgegen den IFRS-Standards unzutreffend verbucht wurden. Die Aufbereitung der nötigen Unterlagen nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als vom Management ursprünglich erwartet.
Verletzte Kreditverträge und Wertberichtigungen
Die fehlende Bilanz zieht weite Kreise auf operativer Ebene. Gerresheimer räumte ein, durch die Verzögerung Pflichten aus bestehenden Finanzierungsverträgen zu verletzen. Entsprechende Gespräche mit den Kreditgebern laufen bereits. Parallel dazu kündigte das Unternehmen nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro an. Diese betreffen vor allem Technologieprojekte der Tochtergesellschaft Sensile Medical AG sowie das Ende 2026 schließende Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights.
Der formelle Ausschluss aus dem Nebenwerteindex zwingt nun institutionelle Anleger und Indexfonds dazu, ihre Positionen aufzulösen. Dieser technisch bedingte Verkaufsdruck trifft auf ein ohnehin stark angeschlagenes Papier. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet die Aktie einen drastischen Wertverlust von über 72 Prozent und notiert aktuell bei 20,78 Euro. Die Dividende für das abgelaufene Jahr wurde bereits auf das gesetzliche Minimum von 0,04 Euro gekürzt.
Neuer Zeitplan für den Sommer
Eine formelle Klärung der Lage ist erst im Frühsommer zu erwarten. Der Vorstand peilt die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses nun für Juni 2026 an. Bis dahin müssen auch die für den 16. April geplanten Quartalszahlen sowie die für Anfang Juni angesetzte Hauptversammlung verschoben werden. Die ausgegebene Umsatzprognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro für das laufende Jahr steht bis zum Abschluss der BaFin-Verfahren und der Bankengespräche unter einem deutlichen Vorbehalt.
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