Gerresheimer Aktie: Shortdruck wächst

Mehrere große Hedgefonds haben ihre Leerverkaufspositionen bei Gerresheimer deutlich erhöht. Der Kurs nähert sich einer kritischen Unterstützungszone, angetrieben von Vertrauensverlust nach Bilanzkorrektur.

Die Kernpunkte:
  • Hedgefonds erhöhen Short-Positionen deutlich
  • Kurs testet wichtige Unterstützung um 27 Euro
  • Vertrauenskrise nach Bilanzanpassung hält an
  • Charttechnisch droht weiterer Abwärtsraum

Gerresheimer gerät zum Wochenausklang spürbar unter Druck. Mehrere große Hedgefonds haben ihre Leerverkaufspositionen deutlich ausgebaut und drücken den Kurs in die Nähe einer wichtigen Unterstützungszone um 27 Euro. Hintergrund ist eine anhaltende Vertrauenskrise nach einer Bilanzkorrektur und der enttäuschenden Investorenpräsentation in Lyon.

  • Hedgefonds erhöhen Short-Positionen spürbar
  • Kurs nähert sich Unterstützungsbereich um 27 Euro
  • Vertrauensverlust nach Bilanzkorrektur belastet
  • Charttechnisch rückt die Zone 27–27,50 Euro in den Fokus

Hedgefonds bauen Short-Positionen aus

Neue Meldungen im Bundesanzeiger zeigen, dass professionelle Marktteilnehmer ihre Wetten auf fallende Kurse ausweiten.

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Numeric Investors LLC hat ihre Netto-Leerverkaufsposition auf 2,40 % der ausstehenden Aktien erhöht und gehört damit zu den größten Short-Sellern im Wert. Auch andere Adressen ziehen nach: Two Sigma Investments kommt auf 0,89 %, Millennium International Management auf 0,70 % und Qube Research & Technologies auf 0,69 %.

Diese gebündelte Aktivität verstärkt den Verkaufsdruck im Handel. Der Kurs testete heute im Tagesverlauf den Bereich um 27,10 Euro, begleitet von hohen Umsätzen auf der Verkaufsseite.

Bilanzkorrektur und Vertrauensverlust

Auslöser der Schwächephase bleibt eine im Dezember kommunizierte Bilanzkorrektur. Umsätze aus „Bill-and-Hold“-Geschäften in Höhe von rund 28 Millionen Euro wurden zunächst fälschlich im Geschäftsjahr 2024 erfasst und mussten in das Jahr 2025 verschoben werden.

Das Unternehmen betont zwar, dass die Anpassung „cash-neutral“ sei. Dennoch hinterlässt der Vorgang Spuren: Marktteilnehmer stellen die Zuverlässigkeit der internen Kontrollen und der Prognosen infrage. Auf dem ODDO BHF Forum in Lyon gelang es dem Management offenbar nicht, diese Bedenken vollständig auszuräumen.

Hinzu kommt eine bereits belastete Historie: Mehrere Gewinnwarnungen im Vorjahr und der Abstieg aus dem MDax in den SDax haben das Vertrauen vieler Investoren geschwächt. Die aktuelle Bewertung spiegelt die Unsicherheit wider, ob die mittelfristigen Ziele unter den operativen Herausforderungen und der verschärften regulatorischen Beobachtung – im Hintergrund steht eine BaFin-Untersuchung – erreichbar bleiben.

Charttechnik: Wichtige Unterstützungszone

Aus technischer Sicht richtet sich der Blick auf den Bereich zwischen 27,00 und 27,50 Euro. Diese Zone gilt als zentrale Unterstützung. Ein klarer Bruch auf Wochenschlusskursbasis könnte aus Sicht von Analysten zusätzlichen Abwärtsraum eröffnen, wobei zuletzt Kursziele im Bereich von etwa 23 Euro als mögliches nächstes Niveau genannt wurden.

Kurzfristig sind keine neuen fundamentalen Impulse wie Quartalszahlen in Sicht, die die Stimmung rasch drehen könnten. Die Kursentwicklung dürfte daher vor allem von der weiteren Dynamik bei den Short-Positionen und der allgemeinen Marktstimmung abhängen. Entscheidend wird sein, ob die Leerverkäufer ihre Engagements weiter aufstocken oder ob erste Eindeckungen einsetzen, falls der Kurs Stabilisierungstendenzen im Bereich der Unterstützung zeigt.

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