Gerresheimer Aktie: Überraschend schwach?

Die Finanzaufsicht sieht konkrete Hinweise auf Bilanzmängel bei Gerresheimer. Die Aktie stürzt auf ein 52-Wochen-Tief, während Schadenersatzforderungen drohen.

Die Kernpunkte:
  • BaFin prüft Fehler im Jahresabschluss 2023/24
  • Aktienkurs fällt auf niedrigsten Stand seit 2009
  • Vermögenswerte von 200 Millionen Euro betroffen
  • Anlegerschutzvereinigung prüft Schadenersatzansprüche

Die Lage beim Verpackungsspezialisten spitzt sich dramatisch zu. Nachdem die Finanzaufsicht BaFin ihre Untersuchungen ausgeweitet hat und nun konkrete Hinweise auf Fehler im Jahresabschluss sieht, flüchten Anleger in Scharen. Droht dem Unternehmen ein tiefgreifender Vertrauensverlust oder können die massiven Vorwürfe noch entkräftet werden?

Mängelliste der Aufseher

Die Mitteilung vom heutigen Donnerstag wiegt schwer: Die BaFin hat „konkrete Anhaltspunkte“ für Fehler im Abschluss des Geschäftsjahres 2023/24 gefunden. Im Zentrum der Kritik stehen dabei die Verbuchung von sogenannten „Bill-and-hold“-Verträgen sowie möglicherweise unterlassene Abschreibungen bei der Schweizer Tochtergesellschaft Sensile Medical. Allein hier stehen Vermögenswerte von rund 200 Millionen Euro im Feuer.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?

Doch die Liste der Prüfpunkte ist noch länger. Die Behörde hinterfragt kritisch, ob Leasingverbindlichkeiten von 65,5 Millionen Euro und aktivierte Entwicklungskosten von fast 30 Millionen Euro korrekt ausgewiesen wurden. Dass das Unternehmen im Vorfeld bereits Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe angekündigt hatte, konnte die Gemüter nicht beruhigen – im Gegenteil, es scheint nur die Spitze des Eisbergs gewesen zu sein.

Historischer Einbruch

Der Kapitalmarkt reagierte mit einem brutalen Ausverkauf auf die Nachricht. Die Aktie markierte heute bei 15,57 Euro ein neues 52-Wochen-Tief und nähert sich damit Kursregionen, die zuletzt im Jahr 2009 gesehen wurden. Der Vertrauensverlust spiegelt sich gnadenlos in der Performance wider: Auf Sicht von zwölf Monaten haben die Papiere 80,67 Prozent an Wert eingebüßt.

Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch drohende juristische Konsequenzen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) prüft bereits Schadenersatzansprüche für geschädigte Aktionäre. Diese Unsicherheit lastet schwer auf dem Kurs, der weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,32 Euro notiert. Selbst der extrem niedrige RSI-Wert von 17,7, der normalerweise eine technische Gegenbewegung signalisieren könnte, verpufft angesichts der fundamentalen Risiken wirkungslos.

Für eine nachhaltige Stabilisierung bedarf es nun zwingend einer lückenlosen Aufklärung der Bilanzvorwürfe. Solange die BaFin-Untersuchung läuft und das endgültige Ausmaß der notwendigen Korrekturen nicht feststeht, bleibt das Abwärtsrisiko für die Aktie akut.

Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gerresheimer