Gerresheimer: Centor-Verkauf mit zweistelliger Interessentenzahl

Der Pharmazulieferant Gerresheimer gewinnt durch eine Fristverlängerung von Gläubigern, den Verkaufsstart für eine Tochtergesellschaft und eine neue Technologiepartnerschaft an Stabilität.

Die Kernpunkte:
  • Gläubiger gewähren Fristverlängerung für Bilanz
  • Verkaufsprozess für US-Tochter Centor gestartet
  • Neue Kooperation für verbesserte Verpackungen
  • Aktienkurs zeigt erste Erholungssignale

Bilanzverzögerungen, interne Untersuchungen, ein Aktienkurs rund 66 Prozent unter dem Jahreshoch: Gerresheimer steckt in einer handfesten Krise. Mitten darin setzt das Unternehmen drei konkrete Schritte, um Stabilität zurückzugewinnen.

Kreditgeber geben Luft

Der wichtigste Schritt war die Einigung mit den Gläubigern. Inhaber von Schuldscheindarlehen stimmten einer Fristverlängerung für den testierten Jahresabschluss 2025 mit 96 Prozent des Gesamtvolumens zu. Das Volumen der betroffenen Darlehen beläuft sich auf 870 Millionen Euro. Die neue Frist läuft bis zum 30. September 2026.

Dazu kommen ausgesetzte Covenants. Bis einschließlich Q3 2026 gelten die Verschuldungsklauseln nicht. Das schafft Spielraum, um die laufenden Prüfungen zu Vorgängen aus 2024 und 2025 abzuschließen — ohne dass Kreditgeber sofort eingreifen können.

Centor-Verkauf als Entlastung

Finanzvorstand Wolf Lehmann hat den Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor Inc. offiziell gestartet. Bereits jetzt soll es eine zweistellige Zahl an Interessenten geben. Gerresheimer will den Deal noch vor Ende 2026 abschließen. Ziel ist eine spürbare Reduzierung der Verschuldung.

Die Aktie notiert aktuell bei 21,80 Euro — das entspricht einem Minus von über 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den vergangenen sieben Tagen legte der Kurs allerdings knapp 23 Prozent zu. Das zeigt: Der Markt registriert die Fortschritte, bleibt aber vorsichtig.

Neue Technologie-Partnerschaft

Parallel dazu gab Gerresheimer am 20. April eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Milliken & Company bekannt. Die sogenannte LeneX UltraGuard®-Technologie soll künftig in pharmazeutische Primärverpackungen einfließen. Konkret geht es um verbesserte Barriereeigenschaften für feuchtigkeitsempfindliche Medikamente.

Das klingt nach Zukunftsplanung — ist aber auch ein Signal. Das Management zeigt, dass es das operative Geschäft trotz der internen Turbulenzen weiterentwickelt.

Was jetzt zählt

Auf der Agenda stehen nun klare Termine. Im Juni will Gerresheimer den testierten Jahresabschluss 2025 vorlegen. Am 14. Juli folgt der Halbjahresbericht. Die verschobene Hauptversammlung — ursprünglich für den 16. April geplant — soll nach der Bilanzveröffentlichung nachgeholt werden, ein konkreter Termin fehlt noch.

Bis dahin hängt der Kurs stark davon ab, ob die internen Untersuchungen ohne größere Überraschungen enden und ob der Centor-Prozess planmäßig voranschreitet.

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