Gerresheimer: Jahresabschluss erst im Juni 2026
Gerresheimer gewinnt Zeit durch Gläubigerzustimmung, doch Bilanzprobleme bleiben. Der Aktienkurs erholt sich trotz fehlendem testierten Jahresabschluss.

- BaFin-Prüfung wegen Bilanzfehlern
- Gläubiger stimmen Fristverlängerung zu
- Aktie erholt sich vom Tiefstand
- Testierter Abschluss für Juni erwartet
Kein testierter Jahresabschluss, eine laufende BaFin-Prüfung und ein erzwungener SDAX-Ausschluss — Gerresheimer steckt in einer handfesten Bilanzkrise. Und trotzdem erholt sich die Aktie.
Was die BaFin beanstandet
Die Aufsichtsbehörde hat konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften ermittelt. Im Kern geht es um drei Punkte: falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten, fehlerhafte Angaben zu Nutzungsdauern aktivierter Entwicklungskosten sowie nicht erfasste Wertminderungen im Segment Advanced Technologies — bei einem Buchwert von knapp 197 Millionen Euro.
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Der testierte Jahresabschluss für 2025 soll erst im Juni 2026 vorliegen. Das verschiebt alles Nachgelagerte: Der Halbjahresbericht ist für den 14. Juli terminiert, das Q3-Ergebnis für den 15. Oktober. Die ursprünglich für den 3. Juni geplante Hauptversammlung fällt aus — ein Ersatztermin steht noch nicht fest.
Gläubiger geben Zeit, Banken spielen mit
Gerresheimer hat sich Luft verschafft. Gläubiger stimmten mit 96-Prozent-Mehrheit einer Fristverlängerung für Schuldscheine von 870 Millionen Euro bis September 2026 zu. Wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad sind bis Ende des dritten Quartals ausgesetzt.
Das stabilisiert die Liquiditätslage — löst die Bilanzprobleme aber nicht. Für viele institutionelle Investoren bleibt die Aktie ohne testierten Abschluss schlicht nicht investierbar.
Kurs erholt sich — vom sehr tiefen Niveau
Operativ hält das Unternehmen Kurs. Für 2026 plant Gerresheimer Erlöse zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent.
Die Aktie notiert aktuell bei 24,18 Euro — rund 55 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 15,57 Euro, aber noch immer fast 60 Prozent unter dem Jahreshoch von 64,40 Euro. Der RSI liegt bei knapp 19 und signalisiert, wie ausgeprägt die Verkaufswelle war. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit rund 90 Prozent außergewöhnlich hoch.
Erscheint der testierte Jahresabschluss wie angekündigt im Juni, liefert er die erste belastbare Datenbasis seit Monaten — und damit die Grundlage für eine Neubewertung, ob die jüngste Kurserholung mehr als eine technische Gegenbewegung ist.
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