Gerry Weber: Erste kleine Schritte sind getan

Beim Modekonzern wurde mit Veröffentlichung der Zahlen für das Auftaktquartal klar, dass die beschlossene Restrukturierung des Unternehmens die einzig logische Konsequenz ist, um wieder profitabel zu werden.

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Mit den nun vorgelegten Zahlen für das 1. Halbjahr lässt sich bereits erkennen, dass der eingeschlagene Weg zwar noch ein langer, aber richtiger ist.

Gerry Weber erzielt leichtes Umsatzplus

Von November 2015 bis April 2016 konnte Gerry Weber den Umsatz um 2,5% auf 443,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Die Umsätze im Core-Retail-Segment stiegen auf 206,4 Mio. Euro nach 201,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Tochter Hallhuber erzielte 91,7 Mio. Euro, wird jedoch erst seit Februar 2015 in den Konzernabschluss einbezogen.

Im Core-Wholesale-Segment sank der Umsatz um 26,3% auf 145,6 Mio. Euro aufgrund von zurückhaltendem Order-Verhalten sowie der Umwidmung von Wholesale in eigene Retail-Flächen. Verbessert wurden die Bruttomargen für beide Core-Bereiche von zuvor 58,5% auf 60,9%.

Insgesamt wurde das Umsatzplus durch die Eröffnung neuer Verkaufsflächen generiert. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7% zurück. Gerry Weber begründete dies mit einem weiterhin negativen Markttrend und eine veränderte Waren- und Bestandsführung.

Gewinne erwartungsgemäß rückläufig

Das EBITDA des Konzerns sank aufgrund des Rückgangs der margenstarken Umsätze und weiterhin  hoher Fixkosten sowie expansionsbedingten Aufwendungen von Hallhuber von 52,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 29,9 Mio. Euro.

Erwartungsgemäß erhöhten sich auch die Abschreibungen von 16,3 Mio. Euro auf 21,5 Mio. Euro. Beim EBIT lag das Unternehmen mit 8,4 Mio. Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes mit 36,2 Mio. Euro. Die EBIT-Marge lag bei 1,9%.

Restrukturierung geht voran

Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Ralf Weber liegt der Konzern mit seinem Programm zur Neuausrichtung „FIT4GROWTH“ derzeit im Plan. So wurden bereits 21 der geplanten 103 Filialen geschlossen und ein Sozialplan unterzeichnet. Zugleich zeigt die verbesserte Waren- und Bestandssteuerung bereits erste Erfolge zur Verbesserung der Bruttomarge.

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde entsprechend bestätigt. Danach will Gerry Weber einen Umsatz von 890 bis 920 Mio. Euro erzielen. Das EBIT soll bei 10 bis 20 Mio. Euro liegen.

160614 Gerry Weber

Für die Aktien dürften die vorgelegten Zahlen keine nennenswerte Veränderung bringen. Diese liegen nach wie vor in einem Seitwärtstrend auf einem niedrigen Niveau im Vergleich von vor einem Jahr. Um aus diesem auszubrechen wird Gerry Weber erst noch weitere Erfolge liefern müssen, damit das Vertrauen des Marktes nachhaltig zurückkehrt.

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