Gerry Weber kommt nicht aus der Talsohle heraus

Beim Modekonzern Gerry Weber bleibt nach einem schwachen Geschäftsjahr 2016 noch vieles im Argen. Wie das im SDAX notierte Unternehmen mitteilte, wird man aufgrund des Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr nun auch die Dividende kürzen.

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Eine Überraschung waren die nun präzisierten Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr 2016 nicht. Denn schon bei der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen Ende Januar musste Gerry Weber sowohl einen rückläufigen Umsatz als auch einen geringeren operativen Gewinn mitteilen. Dies wurde nun bekräftigt.

So ging der Umsatz im Geschäftsjahr um 2,2 % auf gut 900 Millionen Euro zurück. Beim operativen Gewinn auf der Basis des EBITDA verbuchte das Modehaus einen Rückgang um rund ein Drittel auf 77,3 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen nur noch eine halbe Million Euro, nachdem man im Vorjahr noch über 52 Millionen Euro ausweisen konnte.

Gerry Weber muss umstrukturieren

Die Probleme von Gerry Weber sind dabei sowohl branchenspezifisch als auch zum Teil hausgemacht. So leidet auch dieser Modekonzern unter der derzeitigen Branchen-Schwäche, die auch anderen Firmen wie Hugo Boss oder Tom Tailor zu schaffen gemacht hat. Darüber hinaus kam Gerry Weber aber auch durch einen aufgeblähten eigenen Filialhandel in Schwierigkeiten. Das muss nun mit einem Restrukturierungsprogramm wieder in Ordnung gebracht werden.

Doch das braucht Zeit. So rechnet das Unternehmen für das neue Jahr auch nicht mit wesentlichen Verbesserungen. Für das EBITDA stellt man einen Wert zwischen 60-70 Millionen Euro Aussicht, dass EBIT soll zwischen 10-20 Millionen Euro betragen. Beim Umsatz rechnet Gerry Weber mit weiteren Rückgängen um 2-4 %.

Dass unter diesen Bedingungen die Aktie an der Börse kaum auf Interesse stößt, ist nachvollziehbar. Im Vorfeld der Zahlen hatte sich die Aktie zwar leicht von ihren 52-Wochen-Tiefs im Bereich von knapp über 10 Euro etwas lösen können. Doch angesichts des aktuellen Zahlenwerks dürfte ein nachhaltiger sowie Bau und kaum wahrscheinlich sein. Insofern sollten Anleger hier weiterhin die Finger von lassen.

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