Gilead Sciences Aktie: HIV treibt Rekordwachstum

Der bereinigte Quartalsgewinn übertraf die Erwartungen, während Gilead die Umsatzprognose für das Kerngeschäft erneut anhob.

Die Kernpunkte:
  • HIV-Umsatz steigt um 18 Prozent
  • Biktarvy wächst um zehn Prozent
  • CMS-Preisgrenze gilt ab Januar 2028
  • Quartalsdividende beträgt 0,82 Dollar

Gilead hat im dritten Quartal das schnellste Wachstum im Kerngeschäft seit mehr als zehn Jahren geliefert. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,55 Dollar klar über den erwarteten rund 2,17 Dollar. Vorbörslich legte die Aktie zu, nachdem sie am Vortag bereits gut vier Prozent gewonnen hatte.

HIV als Wachstumsmotor

Der Produktumsatz stieg um 13 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar. Ohne das schwache Covid-Mittel Veklury wuchs das Geschäft sogar um 16 Prozent. Die HIV-Sparte legte um 18 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar zu, getragen von höheren Preisen, mehr Nachfrage bei der Prävention und günstigen Lagereffekten.

Biktarvy wuchs um 10 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Descovy sprang um 49 Prozent auf rund eine Milliarde Dollar. Die HIV-Prävention hat sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt.

Auch die Onkologie trägt bei: Trodelvy erlöste 506 Millionen Dollar, ein Plus von 42 Prozent. Die Lebererkrankungen legten um 13 Prozent zu. Die Zelltherapie schwächelte dagegen und verlor 18 Prozent.

Ausblick und Gegenwind

Das Management hob die Prognose für den Umsatz des Kerngeschäfts erneut an, insgesamt um 1,6 Milliarden Dollar seit Jahresbeginn. TD Cowen erwartet laut eigener Einschätzung für 2026 ein HIV-Wachstum von 12 Prozent und hob das Kursziel von 160 auf 175 Dollar. BMO Capital geht mit 184 Dollar noch weiter und verweist auf das Potenzial der wöchentlich einzunehmenden Prophylaxe.

Ein Dämpfer kommt aus der Preispolitik. Die US-Behörde CMS hat den Maximalpreis für Biktarvy unter Medicare festgelegt. Er greift ab dem 1. Januar 2028 und dürfte nach Schätzung von TD Cowen etwa 1,5 Milliarden Dollar Umsatz kosten. Die HIV-Sparte soll trotzdem weiter wachsen.

Auf der Kostenseite drücken Zukäufe. Gilead gab in diesem Jahr 11,3 Milliarden Dollar für Übernahmen aus, die Barmittel schrumpften auf 6,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn nach US-GAAP fiel mit 1,94 Dollar je Aktie unter den Vorjahreswert von 2,43 Dollar, unter anderem wegen Verlusten aus Beteiligungen und höherer Kosten.

Pipeline und Dividende

Zuletzt erhielt Bixlenvo, eine Einzeltablette gegen HIV, die FDA-Zulassung. In der Entzündungssparte überzeugte emvistegrast in einer Phase-2-Studie bei Colitis ulcerosa, eine Phase-3-Studie ist für 2027 geplant. Die Daten zu Anito-cel will Gilead auf dem Kongress der American Society of Hematology vorstellen.

Aktionäre erhalten für das vierte Quartal eine Dividende von 0,82 Dollar je Aktie. Sie wird am 30. Dezember 2026 gezahlt, Stichtag ist der 15. Dezember.

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