Glencore Aktie: 4,7 Milliarden Steuerforderung im Kongo
Kongolesische Behörden versiegeln Büros von Glencore-Tochter KCC. Der Rohstoffkonzern wehrt sich gegen eine Steuerforderung von 4,7 Milliarden Dollar.

- Steuerstreit im Kongo eskaliert
- Milliardenforderung gegen Glencore
- Geplanter Milliarden-Deal gefährdet
- Analysten sehen weiteres Potenzial
In der Demokratischen Republik Kongo eskaliert ein jahrelanger Steuerstreit. Die dortigen Behörden haben die Büros der Glencore-Tochter Kamoto Copper Company (KCC) in Kolwezi versiegelt. Der Vorwurf wiegt schwer: Der Rohstoffriese soll Steuern in Milliardenhöhe schulden.
Milliardenforderung belastet die Bilanz
Die Steuerbehörde DGI fordert von der Glencore-Einheit rund 4,7 Milliarden US-Dollar. Die Vorwürfe basieren unter anderem auf angeblichem Versicherungsbetrug innerhalb der Tochtergesellschaften. Glencore bestreitet diese Forderungen entschieden und verhandelt mit den Beamten vor Ort. Bisher brachten diese Gespräche allerdings keine Lösung.
Die Arbeit in den Minen und Verarbeitungsanlagen läuft derweil weiter. KCC förderte im Jahr 2025 rund 190.000 Tonnen Kupfer. Das Management strebt langfristig eine jährliche Produktion von 300.000 Tonnen an.
Strategischer Deal unter Druck
Der Konflikt gefährdet eine geplante Milliarden-Transaktion. Das Orion Critical Mineral Consortium will einen Anteil von 40 Prozent an den kongolesischen Vermögenswerten von Glencore erwerben. Ein entsprechendes Vorabkommen existiert bereits seit Februar 2026. Der ungelöste Steuerstreit erhöht nun das Risiko, dass der Deal scheitert.
An der Börse reagierte die Aktie zuletzt verhalten und schloss bei 6,01 Euro. Trotz der Unruhen liegt das Papier seit Jahresbeginn rund 27 Prozent im Plus. Der Kurs notiert derzeit etwa 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Dieses hatte die Aktie Anfang Juni bei 7,20 Euro markiert.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz der rechtlichen Hürden sehen Experten weiterhin Potenzial. Goldman Sachs bewertet das Papier mit „Buy“ und verweist auf die starke Position bei Kupfer und Zink. Parallel dazu hob Morningstar den fairen Wert der Aktie zuletzt um sechs Prozent an.
Aktionäre blicken nun auf den 28. August 2026. An diesem Tag handelt die Aktie ex-Dividende für die Ausschüttung von 0,17 US-Dollar. Die tatsächliche Zahlung erfolgt am 2. Oktober 2026. Ein Durchbruch in den Gesprächen mit der DGI könnte die politische Risikoprämie für die Projekte im Kongo kurzfristig senken.
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