Glencore Aktie: Fragwürdige Ruhe!
Ein Streik in der wichtigen Kupferraffinerie Townsville trifft Glencore während eines strategischen Umbaus. Die Produktion war bereits rückläufig, und die Gewerkschaft droht mit weiteren Aktionen.

- Vierstündiger Warnstreik in australischer Kupferraffinerie
- Lohnstreit trotz staatlicher Subventionen von 600 Mio. AUD
- Kupferproduktion 2025 bereits um 11 Prozent gesunken
- Strategischer Fokus auf Kupfer trotz aktueller Herausforderungen
Ausgerechnet jetzt. Glencore baut sein Geschäft konsequent auf Kupfer als Wachstumsmotor um — und gerät dabei an einem seiner zentralen Standorte in einen Arbeitskampf. In der australischen Kupferraffinerie Townsville streikten Beschäftigte am 13. März vier Stunden lang, nachdem ein Last-Minute-Gespräch zwischen Unternehmensleitung und der Australian Workers‘ Union (AWU) ohne Ergebnis endete.
Lohnstreit mit staatlichem Subtext
Der Konflikt schwelt seit fast einem Jahr. Die AWU wirft Glencore vor, seine Beschäftigten in Townsville mit rund 15 Prozent weniger zu entlohnen als vergleichbare Betriebe in der Region. Pikant dabei: Die australische Regierung hatte erst vergangenes Jahr ein Hilfspaket von 600 Millionen australischen Dollar für die Mount-Isa-Schmelze und die Townsville-Raffinerie zugesagt — mit dem Ziel, westliche Lieferketten für kritische Mineralien zu sichern. Dass staatliche Fördergelder fließen, während die Löhne hinter dem Markt zurückbleiben, ist der Kern der Kritik der Gewerkschaft.
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Glencore weist das zurück. Das Unternehmen betont, bereits ein wettbewerbsfähiges Vierjahresangebot vorgelegt zu haben, und verweist darauf, dass die Raffinerie weiterhin Verluste schreibe. AWU-Bezirkssekretär Jim Wilson machte indes klar: Sollte Glencore sein Angebot nicht nachbessern, werden weitere Arbeitsniederlegungen folgen.
Produktion bereits unter Druck
Der Streik kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Kupferproduktion war 2025 bereits um 11 Prozent auf 851.600 Tonnen gefallen — am unteren Ende der revidierten Guidance. Probleme an der chilenischen Collahuasi-Mine, darunter niedrigere Erzgehalte und Wasserknappheit, belasteten die Förderung. Für 2026 senkte Glencore seine Prognose von ursprünglich 930.000 auf 810.000 bis 870.000 Tonnen. Die Townsville-Raffinerie allein steht für bis zu 300.000 Tonnen Kupferkathode jährlich — ein Ausfall wäre spürbar.
Parallel läuft ein tiefgreifender Portfolioumbau. Glencore verhandelt über den Verkauf seiner Kazzinc-Beteiligung in Kasachstan für bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen konzentriert sich zunehmend auf Kupfer und trennt sich von schwieriger zu steuernden Einheiten. Das bereinigte EBITDA lag 2025 bei 13,5 Milliarden US-Dollar, die zweite Jahreshälfte zog dabei um 49 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr an.
Die Aktie hat diese Entwicklung bereits eingepreist: Mit einem Plus von rund 64 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten notiert sie nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,13 Euro.
Hauptversammlung als nächster Prüfstein
Auf der Hauptversammlung am 28. Mai wird das Management erläutern müssen, wie Glencore trotz gesunkener Produktion sein Ziel von über einer Million Tonnen Kupfer jährlich bis 2028 erreichen will. Bis dahin entscheidet sich in Townsville, ob der Tarifstreit eskaliert oder beigelegt wird — mit direkter Wirkung auf die Produktionsstabilität und die Glaubwürdigkeit der Kupferstrategie.
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