Glencore Aktie: Strom oder Entlassungen
Ein Stromtarifstreit zwischen Glencore-Merafe und Eskom eskaliert. Ohne Einigung drohen binnen Tagen 1.500 weitere Entlassungen in der südafrikanischen Ferrochrom-Produktion.

- Letzte Frist für Stromtarifverhandlungen abgelaufen
- Streit um umstrittene Take-or-Pay-Klauseln
- Produktionseinbruch von 63 Prozent im Vorjahr
- Weitere 1.500 Entlassungen binnen Wochen angekündigt
In Südafrika läuft heute eine Frist ab, die über tausende Arbeitsplätze entscheidet. Das Glencore-Merafe-Ferrochrom-Joint-Venture und Staatsstromversorger Eskom streiten seit Wochen um die Bedingungen eines reduzierten Stromtarifs — und die Geduld des Konzerns ist erschöpft.
Ein Tarif, der an Klauseln scheitert
Der Kern des Konflikts: Ein Strompreis von 62 Cent pro Kilowattstunde wurde grundsätzlich genehmigt. Eskom beantragte jedoch bereits mehrfach Fristverlängerungen, um die Vertragsbedingungen auszuhandeln. Heute ist die letzte davon abgelaufen.
Besonders umstritten sind sogenannte Take-or-Pay-Klauseln, die bei 70 Prozent beginnen und auf 80 Prozent steigen. Das würde bedeuten, dass das Venture für Strom zahlt — unabhängig davon, ob die Produktion eine vollständige Abnahme rechtfertigt. Glencore-Merafe bezeichnete die aktuellen Bedingungen als kommerziell nicht tragfähig.
Produktionskrise mit konkreten Zahlen
Der Hintergrund macht die Dringlichkeit deutlich. Im vergangenen Jahr brach die Produktion des Joint-Ventures um 63 Prozent auf 112.000 Tonnen ein, während die Stückkosten gleichzeitig um 14 Prozent stiegen. Nach einer ersten Tarifsenkung im Januar kam nur einer von drei Schmelzöfen wieder in Betrieb — für die anderen beiden ist der volle Rabatttarif wirtschaftliche Voraussetzung.
Glencore zahlt die betroffenen Mitarbeiter nach eigenen Angaben seit der Betriebssuspendierung im April 2025 weiterhin — ein Zustand, der offensichtlich nicht unbegrenzt fortgesetzt werden soll.
Eskalation angekündigt
Japie Fullard, Leiter von Glencores südafrikanischen Ferrolegierungsoperationen, ließ auf einer Konferenz keinen Zweifel: „Wenn wir die 62 Cent nicht bekommen, verspreche ich Ihnen, werde ich innerhalb einer Woche oder zwei weitere 1.500 Menschen entlassen.“ Bereits im Vorfeld hatte das Unternehmen 2.500 Entlassungen angekündigt, die bislang aufgeschoben wurden.
Für Eskom ist die Einigung wirtschaftlich heikel. Der eigene Standardkostensatz liegt zwischen 1,96 und 2,20 Rand pro Kilowattstunde — der rabattierte Tarif entspräche einem massiven Verlust, den Modellierungen zufolge eine staatliche Subvention von 5,2 bis 10 Milliarden Rand erfordern würde.
Südafrika produziert knapp die Hälfte des weltweiten Ferrochrom-Angebots. Eine Einigung würde die Branche wettbewerbsfähig gegenüber China halten — scheitern die Gespräche, dürften die Entlassungen innerhalb von Tagen folgen.
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