Glencore Aktie: Südafrika-Deal wackelt

Trotz massiver Stromrabatte für Glencores Ferrochrom-Sparte droht der Deal mit Eskom zu platzen. Geheime Vertragsklauseln könnten 1.500 Jobs kosten und Schmelzwerke dauerhaft stilllegen.

Die Kernpunkte:
  • Stromkosten sollen sich für Glencore halbieren
  • Geheime Bedingungen gefährden gesamte Einigung
  • 1.500 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
  • Frist für Einigung endet am 31. März

In Südafrika bahnt sich für den Bergbaukonzern Glencore eine harte Entscheidung an. Obwohl der staatliche Energieversorger Eskom massive Stromrabatte anbietet, droht die lokale Ferrochrom-Sparte den Verhandlungstisch zu verlassen. Geheime Bedingungen im Vertragswerk könnten nun das Aus für 1.500 Arbeitsplätze besiegeln.

Rabattangebot mit Haken

Eskom legte Ende Februar ein verlockendes Angebot auf den Tisch. Der Stromtarif für die energieintensive Produktion soll von 1,36 Rand auf 0,62 Rand pro Kilowattstunde sinken. Das entspricht faktisch einer Halbierung der Kosten. Allerdings knüpft die südafrikanische Energieregulierung diesen Deal an Bedingungen, die bisher nicht öffentlich sind.

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Für Glencore scheinen diese Klauseln ein rotes Tuch zu sein. Der lokale Spartenchef Japie Fullard warnte unmissverständlich vor einem Abbruch der Gespräche. Konkurrent Samancor zieht bereits Konsequenzen und treibt Entlassungen voran. Das Management dort bewertet die versteckten Auflagen als direkte Bedrohung für die langfristige Existenz der Industrie.

Schmelzwerke unter Zugzwang

Der Hintergrund dieses Konflikts ist ein massiver Strukturwandel am Kap. Seit 2008 sind die Stromkosten in Südafrika um mehr als 900 Prozent in die Höhe geschossen. Das Land verlor dadurch seine Position als weltgrößter Ferrochrom-Produzent an China. Strom macht mittlerweile bis zu 40 Prozent der Produktionsausgaben aus.

Die Auswirkungen auf Glencore sind tiefgreifend. Das Unternehmen legte die Schmelzwerke in Boshoek und Wonderkop bereits still. Diese Anlagen benötigen zwingend die volle Tarifsenkung auf 62 Cent, um wieder profitabel zu arbeiten. Lediglich das Lion-Schmelzwerk läuft aktuell, da hier die Gewinnschwelle bereits bei 87 Cent pro Kilowattstunde erreicht wird.

Fristende rückt näher

Trotz des regionalen Konflikts zeigt sich der Gesamtkonzern an der Börse völlig unbeeindruckt. Mit einem Kurszuwachs von gut 23 Prozent seit Jahresbeginn auf aktuell 5,84 Euro profitiert der Titel primär von robusten Kohlepreisen und Konsolidierungsspekulationen im breiteren Bergbausektor.

Bis zum 31. März muss in Südafrika eine Einigung auf dem Tisch liegen. Verstreicht dieses Datum ohne Kompromiss mit dem Energieversorger, treten die aufgeschobenen Entlassungsverfahren bei Glencore endgültig in Kraft und die stillgelegten Schmelzwerke dürften dauerhaft vom Netz bleiben.

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