Glencore Aktie: Umbau nimmt Form an
Glencore schärft sein Portfolio mit dem geplanten Verkauf der Kazzinc-Beteiligung und fokussiert sich stärker auf Kupfer. Das EBITDA für 2025 lag bei 13,5 Milliarden US-Dollar.

- Geplanter Verkauf der Kazzinc-Beteiligung für bis zu 4,5 Mrd. USD
- Bereinigtes EBITDA 2025 bei 13,5 Milliarden US-Dollar
- Starke Erholung der Kupferpreise im zweiten Halbjahr
- Ausschüttung von 17 Cent je Aktie für 2026 geplant
Glencore schärft sein Profil als Kupferkonzern – und der geplante Verkauf der kasachischen Kazzinc-Beteiligung ist dabei ein zentrales Element. Gestern legte der Rohstoffriese seinen vollständigen Jahresbericht 2026 vor und gab damit zugleich den Startschuss für die nächste Phase seiner strategischen Neuausrichtung.
Solide Zahlen, gemischtes Bild
Das bereinigte EBITDA für 2025 lag bei 13,5 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei war die Entwicklung innerhalb des Jahres bemerkenswert: Das zweite Halbjahr übertraf das erste um 49 Prozent. Verantwortlich dafür war vor allem die Erholung des Kupferpreises, der sich von rund 8.500 US-Dollar je Tonne nach den Zollturbulenzen im April auf rund 12.500 US-Dollar zum Jahresende hocharbeitete.
Gleichzeitig belasteten schwächere Energie- und Kokskohlepreise die Gesamtbilanz. Edelmetalle und Kobalt lieferten dagegen starke Impulse: Gold, Silber und Kobalt legten im Jahresdurchschnitt jeweils rund 44, 42 und 45 Prozent zu. Für 2026 plant Glencore eine Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie – rund zwei Milliarden US-Dollar –, die in zwei Tranchen im Juni und September fließen soll.
Kazzinc-Verkauf als strategischer Schlüsselschritt
Das Herzstück des Portfolioumbaus ist der geplante Verkauf der 70-Prozent-Beteiligung an Kazzinc, einem kasachischen Zink- und Goldproduzenten. Als Käufer ist der lokale Unternehmer Shakhmurat Mutalip im Gespräch; der Deal könnte zwischen vier und 4,5 Milliarden US-Dollar wert sein. Glencore erwägt dabei, die Finanzierung des Kaufs selbst zu unterstützen – im Gegenzug für Vermarktungsrechte an den produzierten Materialien.
Kazzinc war zuletzt eines der profitabelsten Assets des Konzerns, getrieben durch die gestiegenen Goldpreise als Nebenprodukt. Dass Glencore das Asset dennoch veräußert, unterstreicht die Entschlossenheit, das Portfolio konsequent auf Kupfer auszurichten – zumal die Fusionsgespräche mit Rio Tinto gescheitert sind und der Konzern nun organisch umstrukturiert.
Zusätzlich hat Glencore eine 800-Millionen-Dollar-Vorauszahlung vorgeschlagen, um Mutalips Gebot für einen 40-Prozent-Anteil an der Eurasian Resources Group zu finanzieren – als Gegenleistung sollen Ferrochrom-Lieferungen an Glencore fließen.
Kobalt bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Weniger klar ist die Lage beim Kobalt. Die Demokratische Republik Kongo hob ihr Exportverbot im vierten Quartal 2025 zwar auf und führte ein Quotensystem ein, doch die Umsetzung verlief mit Verzögerungen. Glencore sieht die Lage als zu unbeständig an, um eine verlässliche Produktionsprognose für das Gesamtjahr 2026 abzugeben.
Die Aktie notiert aktuell bei 5,96 Euro und liegt damit rund 60 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Mit einem RSI von 34 und einem Kurs klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 4,27 Euro spiegelt die Bewertung die operative Erholung wider – auch wenn das jüngste 52-Wochen-Hoch von 6,13 Euro noch nicht zurückerobert ist. Die Hauptversammlung am 28. Mai 2026 dürfte der nächste Termin sein, an dem Glencore konkretere Aussagen zum Fortschritt des Portfolioumbaus liefert.
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