Global X Copper Miners ETF: 27 Prozent unter 52-Wochen-Hoch

Vorsicht am Kupfermarkt trifft auf erwartete Engpässe; der ETF liegt 27 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Die Kernpunkte:
  • LME Week von Zurückhaltung geprägt
  • Kupferpreis erholte sich auf 14.334 US-Dollar
  • Kupferdefizit ab 2028 prognostiziert
  • BHPs Kupferproduktion sank um 19 Prozent

Nach einer volatilen Handelswoche schloss der Global X Copper Miners ETF am Freitag bei 73,09 USD. Während die langfristigen Prognosen für den Kupfersektor aufgrund der Energiewende und des KI-Booms weiterhin massives Wachstum versprechen, herrschte auf der Branchenkonferenz „LME Week“ zuletzt eine auffällige Zurückhaltung. Marktteilnehmer sorgen sich um die kurzfristige Nachfrageentwicklung und politische Unwägbarkeiten.

Getrübte Stimmung auf der LME Week

Die Branchenstimmung auf der diesjährigen LME Week in London war nach Berichten von Reuters und Citi von Vorsicht geprägt. Als Hauptgründe für die abwartende Haltung gelten das schwache globale Wirtschaftswachstum, hohe Energiepreise sowie die Unsicherheit über künftige US-Zollregeln.

Die Analysten von Citi behalten für Kupfer vorerst eine neutrale Position bei, bis die künftige Energie- und Handelspolitik klarer absehbar ist. Zwar gab es am Freitag eine leichte Erholung des Kupferpreises an der London Metal Exchange (LME) auf 14.334 US-Dollar pro Tonne, doch zuvor war die Notierung auf ein Fünfwochentief von 14.031 US-Dollar gefallen.

Experten warnten zudem auf der Triland-Konferenz davor, die Kupfernachfrage durch KI-Rechenzentren zu überschätzen. Der verstärkte Einsatz von Glasfaserkabeln könnte den Bedarf an Kupfer in diesen Anlagen dämpfen. Dennoch bleibt die fundamentale Bedeutung des Metalls für die globale Elektrifizierung unbestritten, auch wenn Käufer bei Preisen oberhalb von 14.000 US-Dollar pro Tonne laut Berichten von Aurubis zuletzt Bestellungen zurückstellten.

Langfristige Angebotsdefizite voraus

Trotz der aktuellen Skepsis verdeutlichen neue Daten die strukturelle Knappheit des Marktes. Laut BloombergNEF wird ab dem Jahr 2028 ein massives globales Kupferdefizit erwartet. Bis 2050 könnte diese Lücke auf 44 Prozent der Nachfrage anwachsen.

Treiber sind neben der Netzinfrastruktur auch die Energiewende in Schwellenländern. Dem steht ein Mangel an Neuentdeckungen gegenüber: S&P Global berichtet, dass im Jahr 2025 bisher keine einzige neue Lagerstätte die Schwelle von 500.000 Tonnen Kupfer erreicht hat.

Die Erschließung neuer Minen bleibt zeitaufwendig. Im Durchschnitt vergehen zwischen der Entdeckung und der ersten Produktion 17,5 Jahre. Ein Lichtblick ist das Projekt „Copper World“ in Arizona. Hudbay Minerals und Mitsubishi haben am vergangenen Mittwoch den Bau genehmigt.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2029 sollen dort jährlich rund 102.000 Tonnen Kupfer gefördert werden. Dennoch betonen Analysten von Wood Mackenzie, dass jährlich rund 850.000 Tonnen neue Kapazitäten entstehen müssten, um schwere Engpässe im kommenden Jahrzehnt zu vermeiden.

Technische Schwäche bei Branchenschwergewichten

Der ETF spiegelt die aktuelle Unsicherheit im Sektor wider und notiert mit einem Abstand von 27 Prozent deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Auch der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Tage wurde unterschritten; der Kurs liegt aktuell 13 Prozent unter dieser langfristigen Trendlinie. Belastet wird das Barometer unter anderem durch die Schwäche großer Einzelwerte wie BHP.

Der Bergbaugigant BHP verzeichnete am Freitag einen Kursrückgang und nähert sich der technischen Bearmarkt-Schwelle. Im jüngsten Quartal sank die Kupferproduktion des Unternehmens im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 400,7 Kilotonnen. Besonders die Escondida-Mine in Chile meldete einen Rückgang von 23 Prozent.

Während UBS das Unternehmen Freeport-McMoRan weiterhin als einen der bestplatzierten Produzenten für ein erwartetes Marktdefizit im Jahr 2027 sieht, bleibt die kurzfristige Preisentwicklung von Lagerbestandsdaten und geopolitischen Risiken im Nahen Osten abhängig.

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