Global X Copper Miners ETF: 30. Juni 2026 Zoll-Frist
Geopolitische Entspannung und steigender Bedarf durch Energiewende treiben den Kupferpreis auf Rekordniveau.

- ETF legt 7,2 Prozent in einer Woche zu
- Hoffnung auf US-Iran-Abkommen beflügelt
- Angebotsdefizit von 35.000 Tonnen erwartet
- Goldman und Citigroup heben Prognosen an
Der Global X Copper Miners ETF legte am Freitag um 3,96 Prozent zu und schloss bei 86,45 US-Dollar. Über die gesamte Woche summiert sich das Plus auf 7,20 Prozent.
Auslöser ist die Aussicht auf ein Abkommen zwischen den USA und Iran. Händler wetten darauf, dass eine Einigung das globale Wirtschaftsumfeld stabilisiert und die Kupfernachfrage ankurbelt. An der London Metal Exchange zogen die Kupferfutures am Freitag um 1,5 Prozent an. Der COMEX-Preis für hochreines Kupfer beendete die Woche mit einem Plus von 2,67 Prozent – der stärkste Wochengewinn seit Anfang Mai.
Kupfer notiert damit nahe seinen Rekordhöhen. Die Drei-Monats-Kontrakte an der LME pendeln um 13.600 Dollar pro Tonne.
Fundamentale Nachfrage treibt den Markt
Doch nicht nur die Geopolitik beflügelt den Sektor. Kupfer ist ein zentraler Rohstoff für die Energiewende, den Ausbau erneuerbarer Energien, Rechenzentren für künstliche Intelligenz und die Modernisierung der Stromnetze. Analysten von Goldman Sachs bezeichnen Kupfer als einen der Hauptprofiteure der wachsenden KI-Investitionen.
Das Problem: Das Angebot kann kaum mithalten. Für 2026 prognostiziert der Markt ein Defizit von rund 35.000 Tonnen. Zahlreiche Minen in Indonesien, Chile, der Demokratischen Republik Kongo und Sambia liefern weniger als erwartet.
Chile, der größte Kupferproduzent der Welt, meldete für März einen Rückgang der nationalen Fördermenge. Bei Codelco, dem staatlichen Bergbaukonzern, brach die Produktion um zehn Prozent ein, bei BHP-Riese Escondida sogar um 15,75 Prozent.
Goldman Sachs und Citigroup haben deshalb ihre Kupferpreisprognosen nach oben geschraubt. Sie verweisen auf die schwächelnde Minenproduktion und historisch niedrige Lagerbestände.
Zoll-Dilemma als zusätzlicher Faktor
Parallel dazu wartet der Markt auf eine Entscheidung der US-Regierung. US-Handelsminister Howard Lutnick muss bis zum 30. Juni 2026 eine Empfehlung zu möglichen Importzöllen auf raffiniertes Kupfer vorlegen. Die Unsicherheit treibt die Preisunterschiede zwischen COMEX und LME in die Höhe. US-Unternehmen horten bereits Kupfer, um sich gegen mögliche Handelsbarrieren zu wappnen.
ETF bleibt im Aufwind
Der Global X Copper Miners ETF bildet den Solactive Global Copper Miners Index ab und bietet Zugang zu 41 Unternehmen aus dem Kupferbergbau. Das Fondsvolumen liegt bei 7,47 Milliarden Dollar.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 18,33 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate gerechnet beträgt die Rendite 104,89 Prozent. Der ETF notiert 3,27 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt und 17,88 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 52,9 signalisiert weder Überkauftheit noch Unterbewertung.
Analysten bleiben optimistisch. Jefferies hat seine Prognosen diese Woche angehoben. Goldman Sachs erwartet Kupfer bis Ende 2026 bei 13.735 Dollar je Tonne. Citigroup geht sogar von 14.500 Dollar bis Juni 2026 aus.
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