Gold: 19 Monate Käufe durch China

Schwache US-Arbeitsmarktdaten beflügeln den Goldpreis. Anleger fokussieren nun auf Dienstleistungsindikatoren als nächste Impulsgeber.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis legt dritten Tag zu
  • US-Jobdaten senken Zinserwartungen
  • Fokus auf US-Dienstleistungsdaten
  • Chinas Zentralbank kauft weiter Gold

Schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA geben dem Goldpreis neuen Schwung. Am Freitag legte das Edelmetall den dritten Tag in Folge zu. Jetzt blicken Anleger auf die kommenden US-Dienstleistungsdaten. Sie könnten die Zinswende beschleunigen.

Zinsphantasie stützt den Kurs

Die Wahrscheinlichkeit für eine schnelle US-Zinserhöhung sinkt. Schwache Jobdaten drückten am Freitag die Renditen am Anleihemarkt. Die Folge: Das zinslose Gold profitierte direkt. Zum Wochenschluss kletterte der Preis um 1,23 Prozent auf 4.187,30 US-Dollar pro Unze. Damit baut das Edelmetall die Gewinne der vergangenen Tage aus.

Bis zum 50-Tage-Durchschnitt bei rund 4.415 US-Dollar fehlt allerdings noch ein gutes Stück. Seit Jahresbeginn notiert Gold weiterhin 3,56 Prozent im Minus.

Dienstleister als Taktgeber

In der neuen Handelswoche stehen US-Frühindikatoren im Mittelpunkt. Der ISM-Einkaufsmanagerindex und der S&P Global Services PMI messen die Verfassung der amerikanischen Wirtschaft. Melden diese Indikatoren hartnäckig hohe Preise, steigen die Zinserwartungen. Das würde den Goldpreis belasten.

Geldpolitische Großereignisse lassen derweil auf sich warten. Die Fed veröffentlichte das Protokoll ihrer letzten Sitzung bereits Anfang Juli. Den aktuellen Leitzins hält die Notenbank bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Zuletzt deutete der sogenannte „Dot Plot“ der Währungshüter auf mindestens eine weitere Zinserhöhung hin. Das hatte den Markt wochenlang gebremst. Einzelne Reden von Notenbankern könnten nun neue Impulse liefern.

Dauerläufer Zentralbank

Abseits der US-Geldpolitik stützt ein struktureller Faktor den Preis. Chinas Zentralbank kauft unermüdlich Gold. Im Mai stiegen die Bestände der Währungshüter um knapp 10 Tonnen.

Damit wuchsen die Reserven auf 74,96 Millionen Unzen. Das entspricht rund 2.331 Tonnen. Es war der 19. Monat in Folge, in dem Peking zukaufte. China will so die Abhängigkeit vom US-Dollar reduzieren. Die regelmäßigen Käufe federn Kursrückschläge historisch spürbar ab.

Die kurzfristige Richtung entscheidet sich an den US-Konjunkturdaten der nächsten Tage. Die nächste geldpolitische Entscheidung fällt erst Ende des Monats. Am 28. und 29. Juli entscheidet die US-Notenbank erneut über die Zinsen.

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