Gold: 193 Milliarden Dollar Nachfrage im Q1

Gold erholt sich dank starker Zentralbanknachfrage, bleibt aber durch hohe US-Zinsen und charttechnische Hürden belastet.

Die Kernpunkte:
  • Wochenplus von knapp zwei Prozent
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold
  • US-Inflationsdaten als nächster Impuls
  • Charttechnische Widerstände bei 4.775 Dollar

Gold hat die Woche mit Rückenwind beendet, aber der Befund bleibt gemischt. Der Preis legt zu, ohne die technische Lage klar zu drehen. Hinter der Erholung steht ein vertrauter Konflikt: starke Zentralbanknachfrage trifft auf hohe US-Zinsen.

Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.720,40 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,95 Prozent, seit Jahresanfang sind es 8,72 Prozent.

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Charttechnik bremst den Schwung

Der Markt läuft nun in eine Zone, die Käufer erst überwinden müssen. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.774,90 US-Dollar, der 100-Tage-Durchschnitt bei 4.817,81 US-Dollar. Der RSI von 49,8 signalisiert weder Überhitzung noch klare Stärke.

Unter dem Strich wirkt die Bewegung eher wie eine Stabilisierung als wie ein neuer Trend. Gold notiert noch immer spürbar unter dem Hoch vom 28. Januar. Der Abstand zum jüngsten Hoch beträgt 13,39 Prozent.

Die Folge: Käufer brauchen Anschlusskäufe, sonst bleibt der Anstieg anfällig.

Zentralbanken liefern den Gegenpol

Fundamental stützt vor allem die Nachfrage des offiziellen Sektors. Nach Angaben des World Gold Council stieg der Wert der weltweiten Goldnachfrage im ersten Quartal um 74 Prozent auf 193 Milliarden US-Dollar. Das erklärt, warum Rücksetzer bislang begrenzt bleiben.

Besonders Zentralbanken aus Schwellenländern diversifizieren weiter weg vom Dollar. China meldete zuletzt den 17. monatlichen Zukauf in Folge. Diese Käufe wirken als Puffer, wenn höhere Realrenditen Gold unattraktiver machen.

Die Kehrseite bleibt die US-Geldpolitik. Solange die Federal Reserve den Leitzins hoch hält, fehlt dem zinslosen Edelmetall ein wichtiger Treiber. Gold bekommt Unterstützung von der physischen Nachfrage, aber Gegenwind vom Zinsumfeld.

US-Inflation gibt den Takt vor

Die neue Woche bringt schnell den nächsten Impuls. Am 11. Mai kommen chinesische Inflationsdaten für April. Am 12. Mai folgt der US-Verbraucherpreisindex.

Für Gold ist der US-CPI der wichtigere Termin. Die Inflationserwartungen liegen weiter bei rund vier Prozent. Fällt der Bericht hartnäckig aus, dürfte die Fed ihre Zinsspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent länger halten.

Auch die Lage an der Straße von Hormus bleibt relevant. Fortschritte bei Gesprächen zwischen den USA und Iran könnten die Nachfrage nach sicheren Häfen dämpfen. Eine Eskalation würde dagegen stützen, weil Gold dann wieder stärker als Schutz gesucht wäre.

Der US-CPI am Dienstag wird damit zum nächsten Prüfstein. Hartnäckige Teuerung stärkt das Zinsszenario. Schwächere Daten würden es Gold erleichtern, die gleitenden Durchschnitte zurückzuerobern.

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