Gold: 2,15 Prozent auf 4.131,20 Dollar

Schwache ADP-Arbeitsmarktdaten treiben den Goldpreis, während geopolitische Entspannung am Golf belastet.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis steigt um 2,15 Prozent
  • US-Arbeitsmarkt schwächer als erwartet
  • Geopolitische Entspannung belastet Gold
  • Markt erwartet volatile Handelstage

Der Goldpreis dreht wieder nach oben. Am Donnerstag steigt die Feinunze auf 4.131,20 US-Dollar. Das sind 2,15 Prozent mehr als am Mittwoch, an dem Gold noch bei 4.044,20 US-Dollar schloss.

Die Erholung kommt nicht von ungefähr. Erst vor wenigen Tagen war der Preis unter eine wichtige psychologische Marke gerutscht. Der Rutsch scheint vorerst gestoppt.

Jetzt liegt Gold nur noch 5,89 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 3.901,30 US-Dollar. Zum Rekordhoch bei 5.626,80 US-Dollar aus dem Januar fehlen allerdings noch 26,58 Prozent.

Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 4.425,61 US-Dollar bleibt außer Reichweite. Der RSI von 42,6 zeigt: Der Markt ist weder überkauft noch überverkauft.

Diplomatie am Golf dämpft die Nachfrage nach Sicherheit

Zentraler Belastungsfaktor bleibt die Annäherung zwischen den USA und dem Iran. In Doha liefen zuletzt weitere indirekte Gespräche. Themen waren die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und eingefrorene iranische Vermögenswerte.

Katar und Pakistan vermittelten die Verhandlungen. Beide Seiten meldeten laut dem katarischen Außenministerium erste Fortschritte. Diese betrafen Punkte aus der im Juni vereinbarten Waffenruhe.

Einen Durchbruch für eine dauerhafte politische Einigung gab es nicht. Die Delegationen verhandelten getrennt voneinander. Das iranische Atomprogramm spielte noch keine Rolle. Es ging zunächst nur um technische Details der bereits vereinbarten Punkte.

Die nächste Gesprächsrunde folgt laut Katar erst nach den Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Revolutionsführer Ali Chamenei. Diese dauern bis zum 9. Juli. Sein Nachfolger Modschtaba Chamenei übernimmt inzwischen das Amt des Obersten Führers.

Am Ölmarkt zeigt sich der Effekt bereits deutlich. Händler begründen fallende Preise mit der Hoffnung auf eine stabilere Lage in der Straße von Hormus. Für Gold bedeutet das Gegenwind. Ein Teil der zuvor aufgebauten Sicherheitsprämie verschwindet wieder aus dem Preis.

Schwacher Arbeitsmarkt wirkt in die andere Richtung

Gegen diesen Abwärtsdruck stemmt sich der US-Arbeitsmarkt. Der private Sektor schuf im Juni laut ADP nur 98.000 neue Stellen. Ökonomen hatten 118.000 erwartet, im Mai waren es noch 122.000.

Der schwache Bericht gab Gold spürbaren Auftrieb. Der scheidende Fed-Chef-Kandidat Kevin Warsh sieht darin ein Signal. Die Inflationserwartungen und die damit verbundenen Risiken seien in den vergangenen Wochen gesunken.

Warsh vermutet zudem, dass Gold seinen kurzfristigen Tiefpunkt bereits erreicht hat. Voraussetzung dafür: Der heute erwartete offizielle US-Arbeitsmarktbericht darf die Prognosen nicht deutlich übertreffen.

Zwei Kräfte, ein Preis

Der Goldmarkt steckt zwischen zwei Strömungen fest. Geopolitische Entspannung drückt auf den Preis. Eine schwächere US-Arbeitsmarktdynamik nährt dagegen Zinssenkungshoffnungen und stützt Gold.

Der heutige Arbeitsmarktbericht dürfte zeigen, welche Kraft sich durchsetzt. Die Volatilität von 27,20 Prozent auf Jahresbasis signalisiert: Größere Ausschläge sind in den kommenden Handelstagen wahrscheinlich.

Analysten sehen die geopolitische Risikoprämie ohnehin auf dem Rückzug. Die Bank Citi senkte ihre Kursziele zuletzt und verwies auf nachlassende geopolitische Spannungen. Als weiteren Grund nannte die Bank eine schwächere Nachfrage von Zentralbanken und ETFs.

Für die kommenden Wochen bleibt der Fortgang der Doha-Gespräche entscheidend. Genauso wichtig wird die weitere Entwicklung am US-Arbeitsmarkt für die Preisfindung bei Gold.

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