Gold: 244 Tonnen Netzokäufe im Q1

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und anhaltende Notenbankkäufe treiben den Goldpreis nach oben. Die Erholung folgt auf ein historisch schwaches Quartal.

Die Kernpunkte:
  • Gold schließt bei über 4.187 Dollar
  • US-Arbeitsmarkt schwächt Dollar
  • Notenbanken kaufen weiter Gold
  • Widerstand bei 4.381 Dollar im Fokus

Nach einem historisch schwachen zweiten Quartal hat Gold in den vergangenen Tagen kräftig zugelegt. Schwächer als erwartete US-Konjunkturdaten weckten neue Hoffnung auf lockere Zinsen. Das Edelmetall schloss am Freitag bei 4.187,30 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,23 Prozent zum Vortag.

US-Arbeitsmarkt dämpft Zinssorgen

Der US-Arbeitsmarktbericht fiel schwächer aus als von Analysten erwartet. Investoren werteten das als Signal für eine weniger straffe Geldpolitik der Federal Reserve. Der Dollar gab daraufhin nach. Das machte Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger.

Commerzbank-Analysten erinnern an den Hintergrund der Bewegung. Im zweiten Quartal verlor Gold 14 Prozent, der stärkste Quartalsrückgang seit 13 Jahren. Die aktuelle Rally sehen sie als technische Gegenreaktion auf diesen Einbruch.

Im Fokus steht derzeit der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh. Die Märkte hoffen auf erste Signale für Zinssenkungen. Restriktive Kommentare Warshs zur Inflationsbekämpfung bremsten die Rally zuletzt aber teilweise.

Notenbanken kaufen weiter Gold

Neben den Zinsdaten treiben geopolitische Umschichtungen den Kurs. Die französische Notenbank hat Berichten zufolge begonnen, einen Teil ihrer Goldreserven aus den USA zurückzuholen. Beobachter sehen darin ein Zeichen wachsender Spannungen zwischen Paris und Washington.

Die polnische Zentralbank kauft derweil unbeirrt weiter. Allein im Mai erwarb sie 18 Tonnen Gold. Weltweit summierten sich die Nettokäufe der Notenbanken im ersten Quartal 2026 auf rund 244 Tonnen. Diese Nachfrage stützt den Goldpreis trotz der hohen Schwankungen der vergangenen Monate.

Wichtige Marken für die neue Woche

Der Blick auf den Chart zeigt: Trotz der Erholung bleibt Gold weit von seinem Rekord entfernt. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 5.626,80 US-Dollar vom 29. Januar 2026, aktuell fehlen noch 25,58 Prozent bis dahin. Zum 52-Wochen-Tief bei 3.901,30 US-Dollar vom Oktober 2025 beträgt der Abstand dagegen nur 7,33 Prozent.

Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen die Schwäche der vergangenen Wochen. Der Kurs liegt weiterhin 5,16 Prozent unter dem 50-Tage-Schnitt von 4.415,02 US-Dollar. Zum 100-Tage-Durchschnitt bei 4.648,46 US-Dollar ist der Abstand noch größer. Der RSI von 46,6 zeigt dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage an.

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Widerstände bei 4.264 US-Dollar und 4.381 US-Dollar. Erst ein nachhaltiger Sprung über die höhere Marke öffnet nach Einschätzung von Analysten den Weg zu neuen Rekordhochs. Auf der Unterseite gilt 4.094 US-Dollar als erste Unterstützung. Die Zone um 3.960 US-Dollar bleibt das wichtigste Auffangbecken.

Marktbeobachter verweisen außerdem auf saisonale Muster. Das Zeitfenster bis zum 7. Juli 2026 gilt historisch oft als Phase für ein saisonales Tief. Das würde die aktuelle Erholung zusätzlich untermauern.

In der kommenden Woche richten Anleger den Blick vor allem auf neue US-Inflationsdaten und Reden von Fed-Vertretern. Sie sollen zeigen, ob die Erholung Bestand hat oder ob Warshs restriktiver Kurs den Aufwärtstrend erneut bremst.

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