Gold: 2,6 Prozent Wochenverlust trotz Hormus-Patt
Gold notiert knapp über 4.500 Dollar und steuert auf ein Wochenminus zu. Der Grund: festgefahrene Hormus-Verhandlungen und steigende Inflationserwartungen in den USA.

- Wochenverlust von rund 2,6 Prozent
- Hormus-Streit belastet Energiemärkte
- Inflationserwartungen steigen auf 4,5 Prozent
- Fed hält an restriktiver Geldpolitik fest
Gold hält sich knapp über 4.500 Dollar je Unze — und steuert auf ein schwaches Wochenende zu. Der Grund: Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran stecken fest, und die Inflationsdaten aus den USA machen Zinssenkungen noch unwahrscheinlicher.
Straße von Hormus als Knackpunkt
US-Außenminister Marco Rubio sprach am Donnerstag von „guten Zeichen“ für eine baldige Einigung. Gleichzeitig zog er eine klare Linie: Jedes Abkommen werde „undurchführbar“, sollte Iran dauerhaft den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus kontrollieren.
Genau das will Teheran. Iran und Oman verhandeln über einen permanenten Sicherheitsmechanismus für die Meerenge. Irans neu gegründete Persian Gulf Straits Authority erhebt bereits Transitgebühren — in manchen Fällen über einer Million Dollar je Schiff. Russland und China sind davon ausgenommen.
Washington betrachtet diese Gebühren als nicht verhandelbar. Das UN-Seerechtsübereinkommen schützt internationale Meerengen als freie Durchfahrtswege. Die USA bestehen auf Wiederherstellung dieses Zustands — ohne Bedingungen.
Die Blockade trifft den Energiemarkt hart. Vor der Schließung lief rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels durch die nur 35 Kilometer breite Meerenge. Der anhaltende Engpass hält die Energiepreise hoch.
Inflation bleibt hartnäckig — Fed bleibt hart
Hohe Energiepreise treiben die Inflation. Die Universität Michigan meldete am Freitag ihre finalen Mai-Zahlen: Die einjährigen Inflationserwartungen lagen bei 4,5 Prozent. Vor Kriegsbeginn im Februar waren es noch 3,4 Prozent.
Die Konsumentenstimmung ist auf ein Allzeittief gefallen. Der Mai-Wert von 48,2 ist der niedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen im November 1952. Steigende Benzinpreise, Zollsorgen und sinkende Realeinkommenserwartungen belasten die Haushalte.
Fed-Protokolle zeigen: Die meisten Notenbanker halten eine Zinserhöhung für möglich, sollte die Inflation über zwei Prozent bleiben. Laut CME Group erwarten 97,4 Prozent der Marktteilnehmer für Juni unveränderte Zinsen zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Zinssenkungen sind praktisch vom Tisch.
Wochenbilanz im Minus
Gold verlor auf Wochensicht rund 2,6 Prozent. Auf 30-Tage-Sicht beträgt das Minus knapp fünf Prozent. Seit Kriegsbeginn liegt der Preis rund 14 Prozent tiefer — der Markt fürchtet, ein energiegetriebener Inflationsschock könnte Zentralbanken zu weiteren Zinserhöhungen zwingen. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall.
An der COMEX gibt es bislang keine aggressive Short-Positionierung. Der Preis bewegt sich in einer neutralen Zone. Im Jahresvergleich liegt Gold dennoch rund 35 Prozent im Plus — ein Puffer, der vorerst trägt. Der nächste klare Impuls dürfte aus Washington kommen: entweder ein Durchbruch in den Hormus-Verhandlungen oder neue US-Inflationsdaten, die der Fed die Hand zwingen.
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