Gold: 27 Prozent der Reserven überholt Dollar

Gold verdrängt US-Staatsanleihen als führende Währungsreserve. Zentralbanken stocken Bestände auf, während die Inflation nachlässt.

Die Kernpunkte:
  • Gold jetzt wichtigste Währungsreserve
  • US-Inflationsdaten fallen moderater aus
  • Zentralbanken planen Rekordkäufe
  • Arbeitsmarktbericht als nächster Test

Jahrelang galten US-Staatsanleihen als unangefochtener König der Währungsreserven. Jetzt hat das Edelmetall die Führung übernommen. Dieser historische Wandel stützt den Goldpreis in einer nervösen Marktphase. Frische US-Inflationsdaten brachten am Freitag zusätzlich Erleichterung.

Inflation kühlt ab

Der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben fiel im Mai moderater aus als befürchtet. Der Gesamtindex stieg im Monatsvergleich um 0,4 Prozent. Die Kernrate traf mit 0,3 Prozent genau die Erwartungen.

Diese Zahlen nehmen Druck vom Markt. Zuvor hatten restriktive Signale der Fed-Führung neue Zinsängste geschürt. Händler reduzierten daraufhin ihre Wetten auf einen Zinsschritt im September. Das zinslose Edelmetall profitierte sofort.

Gold kletterte am Freitag um 1,54 Prozent auf 4.103,70 US-Dollar. Kurzfristig ist das ein Erfolg für die Bullen.

Auf Monatssicht steht allerdings noch ein Minus von fast acht Prozent zu Buche. Der Kurs notiert damit weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Ein nachhaltiger Ausbruch lässt auf sich warten.

Zentralbanken schichten um

Auf struktureller Ebene zeigt sich eine massive Nachfrageverschiebung. Gold macht inzwischen 27 Prozent der weltweiten offiziellen Reserven aus. US-Staatsanleihen rutschten mit 22 Prozent auf den zweiten Platz ab.

Notenbanken aus Polen, China und Indien treiben diese Entwicklung an. Sie wollen ihre Abhängigkeit vom US-Dollar verringern. Die Folge: Eine aktuelle Umfrage signalisiert eine Rekordnachfrage. Fast die Hälfte aller Zentralbanken will ihre Goldbestände im kommenden Jahr weiter aufstocken. Das ist der höchste jemals gemessene Wert.

Arbeitsmarktdaten im Fokus

Geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus stützten den Kurs am Wochenende zusätzlich. In der neuen Handelswoche rücken jedoch US-Konjunkturdaten in den Mittelpunkt.

Am Montag starten die ISM-Einkaufsmanagerindizes. Am Dienstag folgen die JOLTS-Stellenangebote. Den Höhepunkt bildet der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Ein starkes Beschäftigungswachstum könnte die Fed in ihrer harten Haltung bestärken und neue Rücksetzer auslösen.

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