Gold: 2,88 Prozent Minus auf 4.543,60 Dollar
Heiße US-Inflation, höhere indische Importzölle und ein unklarer Gipfel setzen den Goldpreis unter Druck.

- US-Inflation steigt auf 3,8 Prozent
- Indien erhöht Goldimportzölle drastisch
- Trump-Xi-Gipfel ohne klare Entspannung
- Gold fällt unter 50-Tage-Durchschnitt
Gold bekam am Freitag gleich von drei Seiten Druck. Heißere US-Inflation schob die Zinssenkungsfantasie zurück. Indien verteuerte Importe, der Gipfel zwischen Donald Trump und Xi Jinping lieferte keine klare Entspannung. Für ein zinsloses Edelmetall ist das eine schwierige Mischung.
Inflation trifft den Goldpreis
Der wichtigste Impuls kam aus den USA. Die Teuerungsrate für April stieg auf 3,8 Prozent, nach 3,3 Prozent im März. Damit erreichte sie den höchsten Stand seit Mai 2023.
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Auch die Kerninflation zog an und lag bei 2,8 Prozent. Das drückt auf die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen durch die Fed. Wenn Realrenditen steigen und der Dollar fester wird, wirkt Gold weniger attraktiv als zinstragende Anlagen.
Die Reaktion fiel deutlich aus. Gold schloss am Freitag bei 4.543,60 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von 2,88 Prozent. Damit liegt der Preis 3,90 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt.
Indien bremst die Nachfrage
Druck kam auch vom physischen Markt. Indien erhöhte die Einfuhrzölle auf Gold und Silber von 6 Prozent auf 15 Prozent. Die neue Regel gilt seit dem 13. Mai.
Das Ziel ist klar: weniger Edelmetallimporte, weniger Druck auf Handelsbilanz und Rupie. Indien zählt neben China zu den wichtigsten Goldmärkten. Wenn dort Käufe teurer werden, spürt das auch der Weltmarkt.
Neu-Delhi verschärfte außerdem die Regeln für zollfreie Goldimporte durch Schmuckexporteure. Pro Lizenz sind nur noch 100 Kilogramm erlaubt. Das kann kurzfristig zusätzliche Nachfrage aus dem Markt nehmen.
Gipfel ohne klare Entlastung
Der politische Teil der Belastung kam aus Peking. Trump sprach nach dem Treffen mit Xi von „fantastischen Handelsabkommen“. Belastbare Details blieben aber aus.
Auch beim Iran-Konflikt gab es keinen sichtbaren Durchbruch. Damit blieb die Lage rund um die Straße von Hormus angespannt. Steigende Ölpreise erhöhen den Inflationsdruck und stützen den Dollar.
Ein starker Dollar ist für Gold meist Gegenwind. Das Edelmetall wird international in Dollar gehandelt. Für Käufer außerhalb der USA wird es dadurch teurer.
Zentralbanken bleiben Stütze
Ganz ohne Gegengewicht ist der Markt nicht. Notenbanken kauften im ersten Quartal netto 244 Tonnen Gold. Das lag 3 Prozent über dem Vorjahr.
Polen und Usbekistan gehörten zu den aktiven Käufern. Dahinter steht ein bekanntes Motiv: Reserven breiter streuen und weniger stark vom Dollar abhängen. Diese Nachfrage kann Rückschläge abfedern, ersetzt aber keine kurzfristige Zinsperspektive.
Kurzfristig rückt nun die Zone um 4.500 US-Dollar in den Blick. Hält sie nicht, dürfte der jüngste Abwärtstrend mehr Gewicht bekommen. Eine Entlastung braucht Gold vor allem von zwei Seiten: schwächere Inflationsdaten und einen weniger festen Dollar.
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