Gold: 3 Milliarden ETF-Zuflüsse im Juli
Gold korrigiert nach US-Erzeugerpreisdaten, doch neue ETF-Zuflüsse von 3 Mrd. Dollar signalisieren wieder wachsendes institutionelles Interesse.

- Gold fällt nach US-PPI-Daten
- ETF-Zuflüsse von 3 Milliarden Dollar
- Realzinsanstieg scheint eingepreist
- Unterstützung bei 4.200 Dollar
Der Goldmarkt tritt am Freitag auf der Stelle. Nach dem jüngsten Höhenflug bremsen frische US-Wirtschaftsdaten kurzfristig die Rally. Im Hintergrund zeichnet sich aber eine Wende ab: Institutionelle Anleger kaufen wieder Gold-ETFs, nach zwei Monaten mit Abflüssen.
PPI-Daten bremsen die Rally
Der US-Erzeugerpreisindex erschien am Donnerstag und wirkte wie ein Bremsklotz. Zuvor hatte Gold ein Zweimonatshoch erreicht und die Marke von 4.400 US-Dollar ins Visier genommen. Der Kurs schloss am Donnerstag bei 4.420,30 US-Dollar, ein Minus von 1,1 Prozent zum Vortag.
Marktbeobachter werten den Rücksetzer als technische Konsolidierung. Kurzfristig orientierte Händler nahmen Gewinne mit, nachdem die Inflationsdaten keine klare Steilvorlage für schnelle Zinssenkungen lieferten. Die charttechnische Lage bleibt trotzdem intakt.
Die wichtigste Unterstützung liegt zwischen 4.200 und 4.223 US-Dollar. Der Widerstand bei 4.401 US-Dollar bleibt die entscheidende Hürde für einen Ausbruch nach oben. Auf Jahressicht steht Gold weiterhin klar im Plus: Der Kurs liegt 33 Prozent über dem Niveau vor zwölf Monaten.
ETF-Zuflüsse kehren zurück
Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor kommt aus dem Investmentbereich. Der World Gold Council meldet für Juli globale Zuflüsse in physisch besicherte Gold-ETFs von rund 3 Milliarden US-Dollar. Damit endet eine zweimonatige Phase mit Nettoabflüssen.
Die weltweiten ETF-Bestände wuchsen im Monatsvergleich um 23 Tonnen auf insgesamt 4.068 Tonnen. Besonders in Europa zog die Nachfrage an. Diese Entwicklung stärkt die Basis des Goldmarktes über die spekulativen Terminmärkte hinaus.
Anleger nehmen Gold offenbar wieder verstärkt als strategische Absicherung ins Portfolio. Das gilt trotz der schwankenden Realzinsen, die dem Metall eigentlich zusetzen sollten.
Realzinsen belasten, aber der Effekt lässt nach
Die Realrendite zehnjähriger inflationsgeschützter US-Staatsanleihen ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Von 1,94 Prozent kletterte sie auf rund 2,41 Prozent. Dieser Anstieg erhöht die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold, das keine laufenden Erträge abwirft.
Analysten von BCA Research und Jefferies sehen den Großteil dieser negativen Neubewertung inzwischen eingepreist. Entscheidend wird sein, ob sich die Markterwartung einer Fed-Zinspause im September weiter festigt. Genau das dürfte den nächsten Kursimpuls liefern.
Ausblick auf den Wochenschluss
Am Freitagnachmittag pendelt Gold knapp unter der 4.400-Dollar-Marke. Der Markt wartet auf den wöchentlichen Handelsschluss an der COMEX. Entscheidend ist, ob das Metall oberhalb der Unterstützungszone bei 4.200 bis 4.223 US-Dollar bleibt.
Die ETF-Nachfrage gibt dem Markt ein neues Polster. Kurzfristig bleiben aber US-Arbeitsmarktdaten und Aussagen von Fed-Vertretern der wichtigste Preistreiber.
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