Gold: 30 Dollar Minus vor Fed-Sitzung
Trotz Rekordkäufen der Zentralbanken fällt der Goldkurs. Die anstehende Fed-Entscheidung und Zinssorgen dominieren den Markt.

- Gold-Future verliert über 30 Dollar
- Notenbank-Reserven erreichen Rekordhoch
- Fed-Zinsentscheidung im Fokus
- Ölpreis sinkt durch Nahost-Entspannung
Zentralbanken kaufen Gold wie nie zuvor. Trotzdem fällt der Kurs. Der Grund: Die US-Notenbank startet heute ihre Zinssitzung, und Anleger fürchten eine restriktive Überraschung von Fed-Chef Kevin Warsh.
Fed-Sitzung schürt Zinssorgen
Der Offenmarktausschuss der Fed tagt heute und morgen. Zum Auftakt gibt Gold nach: Der meistgehandelte August-Future verliert am Dienstagmorgen über 30 Dollar und rutscht auf rund 4.042 Dollar je Feinunze. Damit liegt das Edelmetall inzwischen 5,81 Prozent im Minus seit Jahresbeginn – trotz der starken Rekordjagd bei den Notenbank-Reserven.
Laut CME FedWatch-Tool erwarten derzeit 62 Prozent der Marktteilnehmer eine unveränderte Zinspolitik. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist aber deutlich auf 38 Prozent gestiegen. Ein härterer Kurs der Fed würde den Dollar stärken. Das macht Gold für Käufer außerhalb der USA teurer und schwächt die Nachfrage nach dem zinslosen Edelmetall.
Zentralbanken kaufen weiter, unbeirrt vom Kurs
Während der Preis schwankt, bauen Staaten ihre Goldreserven unbeirrt aus. Im Juli überschritten die weltweiten Notenbank-Bestände erstmals die Marke von 36.600 Tonnen. Mit 36.664,5 Tonnen erreichten sie einen neuen historischen Höchststand.
Die USA bleiben mit 8.133 Tonnen der größte Goldhalter der Welt. Schwellenländer und europäische Staaten wie Polen haben ihre Bestände zuletzt spürbar aufgestockt. Sie wollen ihre Währungsreserven breiter aufstellen und die Abhängigkeit vom Dollar verringern. Analysten sehen darin einen langfristigen Stabilisator für den Goldmarkt – kurzfristig gewinnen aber die Zinssorgen die Oberhand.
Nahost-Entspannung nimmt Druck von der Ölfront
Ein weiterer Belastungsfaktor kommt aus der Geopolitik. Nach monatelangen Spannungen zeichnet sich zwischen den USA und dem Iran eine vorübergehende diplomatische Annäherung ab. Die Hoffnung auf eine Entspannung hat den Ölpreis stark unter Druck gesetzt: Brent notiert nur noch bei rund 87,09 Dollar je Barrel.
Ein sinkender Ölpreis nimmt Druck von der Inflationsfront. Das dämpft wiederum die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen steigende Preise. Experten betonen, Gold funktioniere im aktuellen Zyklus nicht automatisch als Krisenwährung. Realzinsen und Dollarstärke überlagern derzeit die klassischen Fluchtbewegungen in das Edelmetall.
Ausblick: PCE-Daten und Unterstützung bei 4.000 Dollar
Der Kurs bewegt sich mit einem RSI von 46,8 im neutralen Bereich – weder überkauft noch überverkauft. Einige institutionelle Investoren sehen in der Konsolidierung nach den starken Kursgewinnen zu Jahresbeginn eine Kaufgelegenheit. Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich durch die Korrektur wieder verbessert.
Diese Woche richtet sich der Blick der Anleger auf zwei Termine. Am Mittwochabend verkündet die Fed ihre Zinsentscheidung, am Donnerstag folgen die PCE-Inflationsdaten. Bleibt die Kerninflation deutlich über dem Fed-Ziel, dürfte das den restriktiven Kurs von Kevin Warsh stützen und Gold weiter belasten. Als wichtige technische Unterstützung gilt aktuell die Marke um 4.000 Dollar.
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