Gold: 3,33 Prozent Sturz auf 4.352,90 Dollar
Starke US-Jobdaten drücken den Goldpreis um über drei Prozent. Anleger fürchten anhaltend hohe Zinsen und flüchten aus dem Edelmetall.

- Goldpreis fällt um 3,33 Prozent
- US-Arbeitsmarkt überrascht mit Robustheit
- Anleger fürchten längere Hochzinsphase
- Zentralbanken kaufen weiter Gold
Ein unerwartet robuster US-Arbeitsmarkt hat den Goldpreis am Freitag empfindlich getroffen. Die Angst vor einer anhaltenden Hochzinsphase treibt Anleger aus dem zinslosen Edelmetall. Innerhalb weniger Stunden verschoben sich die Markterwartungen massiv.
Zinsangst und ETF-Flucht
Der kräftige Beschäftigungsaufbau im Mai feuert die Renditen von US-Staatsanleihen an. Parallel dazu wertet der US-Dollar auf. Beide Faktoren lasten traditionell schwer auf den Notierungen. Das Edelmetall verbilligte sich am Freitag um 3,33 Prozent auf einen Schlusskurs von 4.352,90 US-Dollar. Damit rutschte der Kurs auch mehr als sechs Prozent unter seinen 50-Tage-Durchschnitt.
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Zusätzlicher Verkaufsdruck entsteht durch institutionelle Anleger. Physisch besicherte Gold-ETFs verzeichnen spürbare Abflüsse. Besonders beim Branchenprimus SPDR Gold Shares schmelzen die Bestände ab. Setzt sich diese Kapitalflucht fort, droht dem Kurs weitere kurzfristige Schwäche. Auf Wochensicht steht für Gold bereits ein Minus von knapp fünf Prozent zu Buche.
Notenbanken als heimliche Käufer
Trotz des aktuellen Ausverkaufs existiert ein starker Gegenpol am Markt. Der World Gold Council meldet, dass Zentralbanken ihre Netto-Goldkäufe im April wieder hochgefahren haben. Die Währungshüter suchen Schutz vor geopolitischen Risiken und diversifizieren ihre Reserven abseits des US-Dollars.
Wie massiv diese Gewichtsverschiebung bereits ist, zeigt ein aktueller Bericht der Europäischen Zentralbank. Ende 2025 überholte Gold nach Marktwert US-Staatsanleihen als wichtigstes Reserve-Asset in den weltweiten Währungsreserven. Das Edelmetall macht nun 27 Prozent der offiziellen Bestände aus. Die EZB relativiert diesen Meilenstein allerdings: Der Wechsel an der Spitze resultiert primär aus den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre.
Der nächste Impuls für den Goldpreis folgt bereits am kommenden Mittwoch. Dann veröffentlichen die USA frische Daten zu den Verbraucherpreisen. Fallen diese Inflationszahlen ebenfalls robust aus, rückt die charttechnische Unterstützung bei 4.280 US-Dollar direkt in den Fokus.
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