Gold: 3,6-Prozent-Sprung auf 4.545 Dollar

Das US-Finanzministerium weitet Rückkäufe aus, der Dollar fällt und Gold steigt auf 4.545 Dollar. Analysten sehen Stagflationsängste als Treiber.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis springt um 3,6 Prozent
  • US-Schatzamt verdoppelt Anleiherückkäufe
  • Dollar-Index fällt auf Zweieinhalbmonatstief
  • Silber und Platin legen ebenfalls zu

Das US-Finanzministerium greift tief in die Trickkiste. Es verdoppelt das Volumen seiner Anleiherückkäufe. Die Folge: Der Dollar schwächelt, die Renditen fallen, und Gold schießt nach oben.

Der Spotpreis für Gold sprang am Mittwoch um 3,6 Prozent auf rund 4.545 US-Dollar je Feinunze. Damit übertrifft das Edelmetall sogar den Schlusskurs vom Dienstag deutlich und nähert sich wieder seinem 200-Tage-Durchschnitt von 4.549 US-Dollar. Auf Monatssicht steht ein Plus von 13 Prozent zu Buche.

Treasury-Ankündigung drückt Renditen

Das US-Finanzministerium kündigte am Mittwoch an, seine Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Für Anleihen mit 10 bis 20 sowie 20 bis 30 Jahren Laufzeit verdoppelt das Ministerium die maximale Rückkaufgröße auf jeweils mindestens 4 Milliarden US-Dollar. Bisher lag das Limit bei 2 Milliarden US-Dollar.

Die Maßnahme startet am 9. September und läuft bis zum 4. November, dem Ende des aktuellen Refinanzierungsquartals. Der Markt reagierte sofort: Die Rendite der 30-jährigen Anleihe fiel von über 5,3 Prozent auf rund 5,19 Prozent. Gold zahlt keine Zinsen. Sinken die Anleiherenditen, sinken damit auch die Opportunitätskosten fürs Halten von Gold — das macht das Edelmetall attraktiver.

Ein schwacher Dollar hilft zusätzlich

Parallel zu den fallenden Renditen gerät der US-Dollar unter Druck. Der Dollar-Index verlor etwa 0,6 Prozent und fiel auf ein Zweieinhalbmonatstief. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Das treibt die globale Nachfrage zusätzlich an.

Analysten von TD Securities sehen in der erhöhten Liquidität des US-Schatzamts frischen Rückenwind für Edelmetalle. Hinzu kommt eine Stagflations-Sorge unter Investoren: Schwächeres Wachstum trifft auf anhaltenden Preisdruck. In diesem Umfeld nutzen viele Anleger Gold verstärkt zur Absicherung.

Fed-Protokoll am Abend im Blick

Das Marktumfeld bleibt trotz der Kursgewinne stark von der US-Notenbank geprägt. Um 18:00 Uhr GMT veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung. Händler erhoffen sich daraus Hinweise auf die Zinspolitik für die Sitzung im September.

Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus derzeit bei 65 Prozent. Zuletzt schwächere US-Konjunkturdaten haben die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen gedämpft.

Auch Silber und Platin ziehen mit

Die Goldrallye zieht andere Edelmetalle mit nach oben. Silber verteuert sich am Spotmarkt um 2,7 Prozent auf 65,01 US-Dollar. Platin legt um 3,2 Prozent auf 1.766,55 US-Dollar zu.

Charttechnisch wird die Rückeroberung wichtiger Marken wie des EMA50 von Marktbeobachtern positiv gewertet. Entscheidend bleibt, ob Gold die psychologische Schwelle von 4.400 US-Dollar dauerhaft verteidigen kann. Mit einem RSI von 66,3 ist das Edelmetall noch nicht überkauft — Spielraum für weitere Gewinne bleibt also vorhanden, sollte das Fed-Protokoll am Abend keine Überraschung bereithalten.

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