Gold: 3,8 Prozent Inflation bremst Zinshoffnungen

Hartnäckige Inflation und starke US-Konjunkturdaten verringern die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Gold leidet unter steigenden Renditen und einem festen Dollar.

Die Kernpunkte:
  • US-Inflation überrascht mit Höchststand
  • Fed-Zinssenkungen rücken in Ferne
  • Goldpreis fällt unter 50-Tage-Linie
  • Geopolitische Risiken stützen weiterhin

Gold hat ein Problem: Der klassische Schutz vor Inflation verliert gerade gegen die Zinsrealität. Hartnäckige US-Preisdaten, ein fester Dollar und steigende Renditen drücken auf das Edelmetall. Der Markt preist weniger Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen ein. Genau das trifft Gold an seiner empfindlichsten Stelle.

US-Daten bremsen Zinshoffnungen

Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahr. Das war der stärkste Anstieg seit Mai 2023 und lag über den Erwartungen. Auch die Erzeugerpreise legten so stark zu wie seit 2022 nicht mehr.

Damit verschiebt sich die Debatte bei der Federal Reserve. Schnellere Zinssenkungen wirken weniger wahrscheinlich, während einzelne Marktteilnehmer sogar wieder über höhere Zinsen sprechen. Laut CME FedWatch liegt die geschätzte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis Dezember bei rund 30 Prozent.

New-York-Fed-Präsident John Williams sprach am Donnerstag von einer Geldpolitik „in einem guten Zustand“. Einen direkten Grund für eine Zinsänderung sieht er nicht. Er verwies aber auf höhere kurzfristige Inflationserwartungen, auch wegen des Nahost-Konflikts.

Dollar und Renditen belasten

Für Gold ist diese Mischung ungünstig. Das Edelmetall wirft keine laufenden Zinsen ab. Wenn Staatsanleihen wieder attraktiver werden, steigen die Opportunitätskosten.

Der Goldpreis schloss am Donnerstag bei 4.687,20 US-Dollar. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 0,70 Prozent, über 30 Tage liegt der Rückgang bei 2,63 Prozent. Seit Jahresanfang bleibt Gold mit 7,96 Prozent dennoch im Plus.

Auch technisch wirkt das Bild eher verhalten. Der Kurs liegt knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.740,68 US-Dollar. Der RSI von 49,8 signalisiert weder klaren Kaufdruck noch eine überverkaufte Lage.

Der stärkere Dollar verschärft den Effekt. Ein hoher Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer. Steigende US-Renditen ziehen parallel Kapital in verzinsliche Anlagen.

Hormus und Indien im Blick

Die geopolitische Lage liefert weiter Gegenkraft. Beim Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in Peking stand auch die Straße von Hormus im Mittelpunkt. Beide Seiten betonten, dass die wichtige Energieroute offen bleiben müsse.

Xi sprach sich gegen eine Militarisierung der Meerenge aus. Trump erklärte, China habe Hilfe bei der Offenhaltung angeboten und keine militärische Ausrüstung an den Iran zugesagt. Für die Märkte zählt vor allem, ob Energieflüsse stabil bleiben.

Die Ölpreise zeigen bereits Stress. Brent kostete am Freitag 107,05 US-Dollar je Barrel und legte im Monatsvergleich um mehr als 7 Prozent zu. Teurere Energie kann die Inflation länger hoch halten und damit den Druck auf die Fed erhöhen.

Auf der Nachfrageseite kommt Indien hinzu. Das Land begrenzt seit dem 14. Mai zollfreie Goldimporte im Advance Authorisation Scheme auf 100 Kilogramm je Lizenz. Bereits zuvor hatte Indien die Importzölle für Gold und Silber deutlich erhöht.

Gold bleibt damit zwischen zwei Kräften eingeklemmt. Geopolitische Risiken stützen die Nachfrage nach Sicherheit. Der stärkere Dollar und höhere Renditen setzen dem Preis aber Grenzen, solange die Fed keinen klaren Kurswechsel signalisiert.

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