Gold: 4.000-Dollar-Marke unter Druck

Gold fällt unter 4.000 Dollar, Fed-Zinserhöhung droht. Charttechnisches Todeskreuz und gesunkene Zentralbank-Nachfrage belasten den Goldpreis zusätzlich.

Die Kernpunkte:
  • Goldpreis rutscht unter 4.000 Dollar
  • Fed signalisiert weitere Zinserhöhung
  • Zentralbanken drosseln Goldkäufe
  • Charttechnisches Todeskreuz droht

Der Goldpreis kämpft an einer kritischen Schwelle. Zuletzt rutschten die Notierungen zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar. Zwar zeigt sich aktuell bei 4.035 US-Dollar eine leichte Erholung. Der Monatsverlust von gut zehn Prozent spricht jedoch eine klare Sprache.

Harter Kurs der US-Notenbank

Der makroökonomische Gegenwind weht primär aus den USA. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh verschärft die Notenbank Fed ihren Kurs drastisch. Sie hob die Prognose für die Kerninflation im laufenden Jahr auf 3,6 Prozent an. Zinssenkungen sind damit vorerst vom Tisch.

Stattdessen preisen die Terminmärkte eine weitere Zinserhöhung im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent ein. Das treibt den US-Dollar auf ein Jahreshoch. Die Folge: Steigende Realzinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall massiv.

Zentralbanken agieren vorsichtiger

Ein zentraler Pfeiler der Nachfrage wackelt leicht. Laut World Gold Council planen zwar 45 Prozent der globalen Notenbanken weitere Zukäufe. Die Euphorie kühlt allerdings merklich ab.

In einer aktuellen UBS-Umfrage sehen nur noch 29 Prozent der Reservemanager Gold als künftigen Top-Performer. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 67 Prozent. Für die meisten Währungshüter stellt die hartnäckige Inflation in Kombination mit steigenden Renditen das größte Risiko dar. Geopolitische Spannungen rücken auf den zweiten Platz.

Gefährliches Chartbild

Charttechnisch befindet sich das Edelmetall in einer prekären Lage. Experten warnen vor einem sogenannten Todeskreuz. Dabei fallen kurzfristige Durchschnittslinien unter die langfristigen Trendlinien. Solche Signale verstärken oft den Abgabedruck am Markt.

Parallel dazu senkten die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel auf 4.900 US-Dollar. Sie bleiben für die kommenden Jahre dennoch optimistisch. Historisch gesehen markiert der Goldpreis oft im Frühsommer einen Tiefpunkt. Eine anschließende Erholung im Spätsommer ist keine Seltenheit.

Als nächster Katalysator dienen die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Diese Zahlen gelten als entscheidender Indikator für den weiteren Kurs der Fed. Fallen sie robust aus, gerät die Unterstützung bei 4.000 US-Dollar erneut unter schweren Beschuss.

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